Empowerment

- Offener Bereich für alle -
Hier könnt ihr über alles schreiben, was ihr gerne offen diskutieren oder erzählen wollt. Ebenso können registrierte User hier ernsthafte oder schwierige Themen anonym (als Gast) ansprechen.
Forumsregeln
Bitte immer dran denken:
auf der anderen Seite des PC's sitzt auch ein Mensch mit Gefühlen ;)

Re: Empowerment

Beitragvon waterfall » 16. Okt 2013, 19:58

Ich glaube, ich bin wirklich noch nicht sehr eigenermächtigt.
Dazu kenne ich ja ganz viel von mir noch gar nicht und aus mangelnder Ich-Stärke spült es mich noch schnell hier und da hin. Und die Mitte ist noch nicht sehr gefestigt.
(Nachtrag: Andererseits, in dem Rahmen, der mir möglich war, habe ich immer das Möglichste getan, also wo fängt es an, wo hört es auf. Noch so'n Gedanke, der hier auftaucht. Und wenn die Verantwortung erst mal die war, überhaupt mich auf den Lernprozess einzulassen, zu gucken, was jeweils unter den Umständen am Möglichsten ist.)

Aber - ich möchte, dass ich "stärker" werde, gelassener mit den Dingen umgehen kann, mehr Festigkeit in mir habe, usw. Und gleichzeitig habe ich auch ein wenig Angst.

Da gibt es doch diesen Spruch von der Marianne Williamson:
Ganz gefällt er mir nicht, aber ein paar Worte daraus zitiert:
Unsere größte Angst
Unsere größte Angst ist nicht, unzulänglich zu sein.
Unsere größte Angst ist, grenzenlos mächtig zu sein.
Unser Licht, nicht unsere Dunkelheit ängstigt uns am meisten

Marianne Willamson

Ich habe übrigens einen neuen Psychiater gefunden und der bestärkt gerade ein wenig Selbständigkeit bei mir, stärkt aber auch die Basis und da geht es um "selbst entscheiden", was mir sehr schwer fällt. Etwas zu sagen, zu bestimmen, obwohl man noch gar nicht weiß, wie das Gegenüber reagieren wird und so.

Also irgendwie will ich da schon hin.

Ist für mich auch in Foren richtig schwer, das so zu steuern, soweit es in meiner Macht liegt, dass es mir gut geht im Forenaustausch.
Die Arbeit, das immer besser zu können hat schon lange begonnen und langsam wird es ein wenig besser. Also ein wenig mehr Eigenermächtigung.

Dazu gehört für mich dann aber auch eben, in der Unabhängigkeit sein zu können und nicht zu denken, ich brauche doch, ich bin abhängig, ich kann nur ohne, aber dazu brauchte ich wirklich auch das "mit" als Basis halt erst ganz lange und erstmal.
Um irgendwann dann halt aufbrechen zu können.

Und das mit der Verantwortung, da gehört voll viel zu, finde ich, und da entdecke ich so auch dann die Macht, die ich habe und das Potential auch Schaden anzurichten - puh. Und da gehört dann vielleicht auch Ethik, Moral und so hinein, wie ich handeln will, wie ich selbst behandelt werden will, usw. puh .... da rollen bestimmt noch Gedanken, aber die packe ich dann vielleicht gleich in einen eigenen Thread.

(Wenn das hier in dem Thread den Rahmen sprengt, weil ist ja sehr viel Eigenes von mir dabei, dann kannst du das auch gerne verschieben, Kitsune)
Benutzeravatar
waterfall
 

Re: Empowerment

Beitragvon kitsune » 16. Okt 2013, 20:35

waterfall hat geschrieben:
bei der eigenen entscheidungs- und gestaltungsfähigkeit.
bei der eigenen handlungs- und wirk-mächtigkeit.
eben bei der selbstermächtigung.


Und beschränkt sich bei dir sein dann auf diese Fähigkeiten oder ist ein bei dir sein auch - bei der eigenen Schwäche sein, bei der eigenen Ohnmacht, usw., bei der eigenen Abhängigkeit?

hm.
ich denke eine realisitische selbsteinschätzung gehört durchaus zur eigenen handlungs- und wirkmächtigkeit. (oder zu dem, was ich erstrebenswert finde in dem zusammenhang ;-) )
denn klar kann ich nicht alles (beeinflussen, bestimmen, kontrollieren).
aber ich bin auch nicht allem hilflos ausgeliefert, machtlos, opfer-von-allem.

ich habe als ich diesen thread eröffnet hab an eine suizidale zeit in meinem leben gedacht.
und wie wichtig das für mich war, mich für das leben zu entscheiden.
für mein leben.
es zu meinem zu machen.
es als meins zu begreifen.
es mir nicht nehmen lassen zu wollen.

ich kann im nachhinein sagen, dass das für mich ein sehr selbst-ermächtigender moment war.
und an den hab ich gedacht, als ich das erste posting hier schrieb.


Also dann taucht für mich die Frage auf.
Was ist es, was einen "ermächtigt" oder in meinen Worten vielleicht eher - was ist es, was mich spüren lässt, dass ich mich selbst steuern kann, manchmal einen gewissen Handlungsspielraum habe, eine gewisse "Macht" manchmal vielleicht auch.
Das Gefühl selbst aktiv sein zu können.
Das Leben selbst in die Hand nehmen zu können.

ich denke, einen teil der antwort hab ich vielleicht oben gegeben.
meiner antwort.

Und die Frage - wo liegen für dich die Grenzen der Ermächtigung?

da wo ich sie spüre.
das können alltägliche dinge sein,
in denen ich hinter meiner entscheidung mein leben gestalten zu wollen zurückbleibe (in meiner bewertung)
in denen ich (m)eine begrenztheit erlebe.
mein eingebunden-sein in strukturen, die ich nicht selbst bestimme.
denen ich aber auch nicht notwendigerweise hilflos ausgeliefert bin.
(und somit wieder spielraum finden kann....)

und das können ausseralltägliche dinge sein,
situationen, in denen ich ein klares gespür dafür bekomme, wie begrenzt meine handlungsfähigkeit ist.
einige davon hab ich an anderer stelle schon mal benannt.
offener-austausch-f7/selbstbestimmtheit-ressource-oder-selbstverarschung-t270.html#p5746

für mich ist selbstermächtigung nicht das gleiche wie autonomie.
und ich finde den unterschied wichtig.
auch bedeutet selbstermächtigung für mich nicht unabhängigkeit oder unbegrenzte macht.
We don't see things as they are. We see them as we are.
Anaïs Nin
Benutzeravatar
kitsune
 
Beiträge: 2389
Registriert: 01.2013
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Empowerment

Beitragvon kitsune » 16. Okt 2013, 20:44

ich finde es im übrigen sehr verantwortlich ein gespür dafür zu haben,
an welcher stelle man verantwortung (für sich selbst / für andere) nicht übernehmen kann.
und danach zu handeln. bzw. sein handeln daran auszurichten.
We don't see things as they are. We see them as we are.
Anaïs Nin
Benutzeravatar
kitsune
 
Beiträge: 2389
Registriert: 01.2013
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Empowerment

Beitragvon waterfall » 16. Okt 2013, 21:18

Danke Kitsune, für deinen Einblick.
Auch das es für dich so wichtig ist, da zwischen den Begrifflichkeiten noch mal zu entscheiden. Ist es für mich gerade nämlich so gar nicht.

Ich mache hier erst einmal ein Stopp. Ich erlebe in Diskussionen mit dir da momentan immer was, so einen Punkt was okay ist, was ich nur nicht verstehe (und mich auch nach meinem Anteil da frage und nach deinem) und ich würde mir da gerne mal in Ruhe Gedanken machen und mal gucken, ob ich es irgendwann mal in einem geschützteren Raum anspreche. Ich kanns gerade nicht genauer in Worte fassen.

Muss auch erst mal verdauen jetzt.

Aber Danke erstmal, hat bei mir heute eine Tür geöffnet :) Ich bleibe jetzt mal bei mir und verfolge das bei mir Ausgelöste auf meine Art. Und danke nochmal, dass du meine Fragen beantwortet hast und von dir erzählt hast, ich bin dabei dich zu verstehen zu versuchen :!: . (und stoße da auch an die Grenzen des Internet-Austauschs)
Benutzeravatar
waterfall
 

Re: Empowerment

Beitragvon kitsune » 18. Okt 2013, 16:07

waterfall hat geschrieben:Danke Kitsune, für deinen Einblick.

gerne.
Auch das es für dich so wichtig ist, da zwischen den Begrifflichkeiten noch mal zu entscheiden. Ist es für mich gerade nämlich so gar nicht.

für mich ist das einfach was anderes. darum ist mir auch die unterscheidung wichtig.
Ich erlebe in Diskussionen mit dir da momentan immer was, so einen Punkt was okay ist, was ich nur nicht verstehe (und mich auch nach meinem Anteil da frage und nach deinem) und ich würde mir da gerne mal in Ruhe Gedanken machen und mal gucken, ob ich es irgendwann mal in einem geschützteren Raum anspreche. Ich kanns gerade nicht genauer in Worte fassen.

okay.
We don't see things as they are. We see them as we are.
Anaïs Nin
Benutzeravatar
kitsune
 
Beiträge: 2389
Registriert: 01.2013
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Empowerment

Beitragvon kitsune » 30. Nov 2013, 11:28

....
bleibt weiter für mich Thema.

Ich will meine Fragen nochmal wieder hochkramen.
Empowerment....
kitsune hat geschrieben:Was gehört für euch dazu und wie kann man das lernen?
Was hat euch geholfen, euch zu "empowern" und/oder was hält euch davon ab?

Gab es eine / mehrere bestimmte Phasen, Situationen, Momente in eurem Leben,
in denen ein "switch" in diese Richtung passiert ist?
We don't see things as they are. We see them as we are.
Anaïs Nin
Benutzeravatar
kitsune
 
Beiträge: 2389
Registriert: 01.2013
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Empowerment

Beitragvon Soy » 30. Nov 2013, 12:02

ich kann mit dem begriff als solches nichts anfangen. also ich weiss nicht um was es dabei geht.
das ist mir schon beim eröffnen des threads aufgefallen. tausend fragenzeichen in mir "hähhh wovon reden die?"
mit dem "selbstermächtigen" kann ich aber was anfangen. und doch steige ich nicht durch den sinn dieses threads. ich bedauer das aber und würde es gerne verstehen, weil vlt ist da was dabei was für mich auch interessant wäre?
daher die frage an dich: was ist das? wovon redest du? worauf willst du hinaus?
geht das auch ohne fachwörter nen moment bis ich das kapiere?
:scratchhead: :weissnich: :???:
Life is, what you make of it.
Soy
 
Beiträge: 1131
Registriert: 10.2013
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Empowerment

Beitragvon kitsune » 30. Nov 2013, 12:09

Ich hatte oben schon mal versucht das zu beschreiben. (vielleicht gelingt mir das nicht. ich versuch nochmal)
die situation, aus welcher der thread entstand....
erinnerung an eine suizidale situation -
und eine art von auflösung dieser situation.
und dass das für mich eine art "wendepunkt" war.
wichtig.

dass ich mich entschieden habe, mein leben nicht zu beenden, bevor ich nicht die chance hatte,
es als MEINS zu leben.
(wenn ich leben und tod in die waagschale werfe,... daraus hab ich eine freiheit entwickelt in dem moment... alles probieren zu können. zu dürfen. - nicht dass ich "alles" probiert hätte. aber es hat mich mutig gemacht.
boah das ist schwer zu erklären.)
mich über mein leben selbst ermächtigen wollen.
aber nicht in richtung beenden,
sondern in richtung gestalten.

und das hat für mich ganz viel mit ermächtigung (selbst ermächtigung, empowerment) zu tun gehabt.
und ich fragte mich (und dann euch), ob es vielleicht ähnliche situationen gab oder gibt
- können auch viel kleiner sein, ich kenn auch ein paar "kleinere" situationen, die für mich gefühlt in eine ähnliche richtung gehen -
die helfen, FÜR SICH leben zu gestalten und sich gestaltungsspielräume zu nehmen, zu erkämpfen, zu finden, zu entdecken, zurückzuerobern.

oder andersrum:
welche situationen oder gedanken dabei schwierigkeiten machen und bremsen.

verständlicher?
We don't see things as they are. We see them as we are.
Anaïs Nin
Benutzeravatar
kitsune
 
Beiträge: 2389
Registriert: 01.2013
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Empowerment

Beitragvon Soy » 30. Nov 2013, 12:16

verständlicher?

ja
vielen dank :)
ich geh mal in den denkteich.
im kleinen gibt es diese situationen zu hauf. "im kleinen" heisst es aber erst rückblickend. in den momenten sind das emotional meist sehr grosse .. aber ich glaub dass du sowas meinst. dieser moment in dem es kippt, aus der verzweiflung etwas mächtiges vorwärtsdrängendes geboren wird.
Life is, what you make of it.
Soy
 
Beiträge: 1131
Registriert: 10.2013
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Empowerment

Beitragvon kitsune » 30. Nov 2013, 12:20

Soy hat geschrieben:dieser moment in dem es kippt, aus der verzweiflung etwas mächtiges vorwärtsdrängendes geboren wird.

ja.
We don't see things as they are. We see them as we are.
Anaïs Nin
Benutzeravatar
kitsune
 
Beiträge: 2389
Registriert: 01.2013
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Empowerment

Beitragvon Gast » 30. Nov 2013, 17:12

ich befinde mich ganz oft in einer art lähmung, in der ich vorhandene gestaltungsspielräume nicht nutzen kann.
ich seh die dann wohl, aber das macht es eher noch schlimmer, denn die scham darüber, dass es mir nicht gellingt ins handeln zu kommen, verstärkt die lähmung noch.
wenn ich diesen zustand lähmung nenne dann deshalb, weil ich denke, dass das von außen betrachtet so erscheint (ich selbst betrachte mich dann auch eher von außen) gleichzeitig wirbeln dann innen aber gedanken und gefühle so durcheinander, dass ich nicht mal ausmachen kann, was genau mich da eigentlich lähmt (wofür ich mich dann nur nochmehr schäme). ich sitze dann irgendwie total in der falle.
wie ich da raus komme - denn offenbar komme ich ja auch immer wieder raus - das weiß ich nicht.
und wie ich reingerate genauso wenig. nein, das stimmt nicht. ein sicherer weg, genau dieses 'gelähmt und voller scham sein' herbeizuführen, ist darüber nachzudenken.
aber auszublenden, dass ich immer wieder in so zustände gerate und dass die mich daran hindern, mein leben nach meinen wünschen und vorstellungen zu gestalten, bringt mich auch bloß nicht wirklich weiter.
Benutzeravatar
Gast
 

Re: Empowerment

Beitragvon kitsune » 5. Dez 2013, 18:48

Gast hat geschrieben:ich befinde mich ganz oft in einer art lähmung, in der ich vorhandene gestaltungsspielräume nicht nutzen kann.

ja.
solche zustände kenne ich auch.
wie ich da raus komme - denn offenbar komme ich ja auch immer wieder raus - das weiß ich nicht.

und auch das kann ich nachvollziehen. der kenne ich.
und gleichzeitig sehe ich aber auch, dass es doch das ein oder andere gibt, was in solchen momenten besser ist und vor allem, was ganz und gar nicht funktioniert.

aber auszublenden, dass ich immer wieder in so zustände gerate und dass die mich daran hindern, mein leben nach meinen wünschen und vorstellungen zu gestalten, bringt mich auch bloß nicht wirklich weiter.

ja.

aber vielleicht doch noch mal danach suchen, was hilft wieder aus denen hervorzukommen.
oder zumindest was hilft, sich nicht noch mehr reinzudrehen....?
angucken, was irgendwann mal geholfen hat.
ausprobieren, was helfen könnte.

mir zum beispiel hilft es - in solchen momenten - über mich selbst die schultern zu zucken.
solche zustände zu normalisieren. ("kommt schon mal vor" "kein drama") und mich an dem festzuhalten, was ich gelernt habe ("geht wieder vorbei. geht wieder vorbei. ist immer vorbeigegangen. auch wenn es sich so anfühlt, als gehts nciht wieder vorbei geht es eben doch vorbei. ists ja bisher auch")
manchmal hilft mir, über mich selbst zu lachen. (nicht auf eine böse art. eher wie ein lächeln a la "ach guck, da bist du also wieder. das kennst du doch schon.... ;) ")
letztlich alles was der ent-dramatisierung dient.

anderes sind dinge die der aktivierung dienen.
das kommt dann meist an dem punkt, an dem ich "die schnauze voll von mir selbst habe!"
"jetzt reichts aber mal!" :notamused:

aber manchmal geht das auch alles nicht.
wobei... das "geht vorbei" ... das ist in der tat auch dann meist noch irgendwo da.
inzwischen.
We don't see things as they are. We see them as we are.
Anaïs Nin
Benutzeravatar
kitsune
 
Beiträge: 2389
Registriert: 01.2013
Geschlecht: nicht angegeben

Vorherige

Zurück zu "Offener Austausch"



cron
web tracker