Empowerment

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Empowerment

Beitragvon kitsune » 18. Aug 2013, 10:29

Was versteht ihr unter Empowerment?

Könnt ihr mit dem Wort / dem Konzept was anfangen?
Was gehört für euch dazu und wie kann man das lernen?
Was hat euch geholfen, euch zu "empowern" und/oder was hält euch davon ab?
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Re: Empowerment

Beitragvon marea » 18. Aug 2013, 11:49

hi,

ich meine, das wort schonmal gehört zu haben, vielleicht sogar irgendwann im studium, hab aber spontan so gar keine definition parat, was damit nochmal gemeint war. sowas wie ermutigung? sich selbst ermutigen?

das ist jetzt nur spekuliert.
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Re: Empowerment

Beitragvon Zelma » 18. Aug 2013, 12:10

Boah, ein Begriff, über den ich seitenweise schreiben könnte. Es bedeutet "Ermächtigung, Selbstermächtigung" vor der erst mal die Erarbeitung der Ressourcen steht. Es geht um "Hilfe zur Selbsthilfe". In der so genannten ""Lebensweltorientierten Arbeit" von Thiersch in der Sozialen Arbeit ein wichtiger Begriff und für mich Grundlage meines Arbeitsansatzes, von dem ich absolut überzeugt bin. Weil er nicht die Defizite, sondern die Stärken und Ressourcen im Fokus hat.

Ich werde später noch etwas dazu schreiben, musste das aber erst mal los werden.
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Re: Empowerment

Beitragvon stachelfisch » 18. Aug 2013, 20:12

meine kurzdefinition wäre: ressourcenorientierung und focussierung der stärken.
stärken stärken und schwächen schwächen.
oder einfacher: gucken, was geht und nicht nur jammern, was nicht geht.
ihr mich auch
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Re: Empowerment

Beitragvon kitsune » 25. Aug 2013, 10:07

für mich bedeutet das selbstermächtigung.
wegkommen von der defizitorientierung.

ich hab gefragt, weil ich von mir selbst einen impuls kenne, mich an den haaren aus dem dreck zu ziehen und zu gucken was geht. nicht in der starre oder der angst oder woauchimmer zu verharren, sondern ... - zumindest nach einer weile - veränderung zu erzwingen. mich nicht zu ergeben.

"ressourcenorientierung" ist immer so ein beliebtes wort, aber was bedeutet das überhaupt?
ich mein.... viele dinge tut man schon, ohne dass man das dazugehörige konzept kennt.
aus einem inneren zwang, einer notwendigkeit heraus.
nicht alle bewältigungsstrategien sind schlecht und schädlich,
manche sind auch wirklich gold wert.

manchmal merk ich, wie mich bestimmter psychokram nervt.... wenn der so benannt wird.
und dass ich aber ganz viel davon selbst schon mache.
ein beispiel: "skills"
wenn ich das wort hör könnt ich schreiend weglaufen.
"skillsketten" ist noch schlimmer.
klingt irgendwie nach skelett und ketten und überhaupt nicht angenehm.

aber ab von der therapeutischen wortlandschaft...
was für dinge mach ich, die mir spass machen? welche räume hab ich gefunden, in denen ich mich wohlfühle (sei es innerlich oder äusserlich)? in denen ich sein kann und - und das hat dann für mich wieder viel mit empowerment zu tun - was kann ich ? - ... mich daran zu erinnern, dass es mein leben ist! meine entscheidung! mein raum!

dass ich die verantwortung für die gestaltung habe
und dass ich aber auch die freiheit habe zu gestalten.


etwas unsortiert... meine gedanken dazu.
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Re: Empowerment

Beitragvon Gast » 25. Aug 2013, 13:10

kitsune hat geschrieben:manchmal merk ich, wie mich bestimmter psychokram nervt.... wenn der so benannt wird.
und dass ich aber ganz viel davon selbst schon mache.
ein beispiel: "skills"
wenn ich das wort hör könnt ich schreiend weglaufen.


so geht‘s mir auch. grade auch wenn ich irgendwo lese, dass jemand „fleißig geskillt“ hat oder so. das klingt für mich dann ganz oft so fremdbestimmt irgendwie, so nach … ja, ich hab das jetzt gemacht, weil meine therapeutin das so von mir will (oder weil irgendwelche fachleute und spezialisten herausgefunden haben, dass das hilft, meine störung wegzutherapieren). eigentlich, von mir aus würd ich (gestörte) niemals darauf kommen, sowas zu tun …
das hat nach meinem empfinden dann oft kaum noch was mit selbstermächtigung zu tun, sondern eher mit sich klein machen (oder gemacht werden) oder mit die eigene stärke kaschieren oder verleugnen wollen oder müssen.
wenn mir irgendein therapeut mal raten sollte, skills anzuwenden, würde ich mich vermutlich überhaupt nicht ernst genommen und total klein gemacht fühlen. allein schon wegen dieser bezeichnung. was ja irgendwie auch blöd ist, weil ich das konzept, was dahinter steht, ja sowieso umsetze und auch schon immer umgesetzt habe.
empowernd (gibts das wort?) wirkt für mich alles, wobei ich mich als handlungsfähig erlebe, als selbstbestimmt und stark vielleicht sogar, als eine, die was kann.
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Re: Empowerment

Beitragvon Verena » 27. Aug 2013, 22:13

skill ist das englische wort für fähigkeit
ich nutze meine fähigkeiten weil ich meine fähigkeiten nutze, weil ich sie habe, manchmal weil mich jemand darauf hingewiesen hat daran zu denken das ich das kann
manchmal brauche ich es das man mich daran erinnert

mit dem wort empowerment konnte ich nichts anfangen, es hört sich so öde an das ich gähnen muss
empowerment ist das englische wort für ermächtigung, ist mir auch alles zu hoch
ich mache und ich lerne und es hilft und was für komplizierte wörter irgend n prof dann dazu sagen kann is mir sowas von egal
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Re: Empowerment

Beitragvon kitsune » 28. Aug 2013, 07:19

Hallo Gast,

interessant, dass es dir auch so geht.
würdest du sagen, du bekommst das gut hin mit deinen eigenen methoden dich selbst aufzurichten?

eigentlich denke ich sollte "ressourcenorientierung" genau so laufen, dass man eben an den vorhandenen fähigkeiten und strategien ansetzt. (und nicht an z.b. einer bereits vorliegenden liste "hilfreicher dinge")
an dem was der mensch eh schon tut und getan hat, um sich besser zu fühlen und einen umgang mit dingen zu finden. ich weiß nicht, warum mir das oft so anders erscheint.
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Re: Empowerment

Beitragvon kitsune » 28. Aug 2013, 07:44

@verena,
Verena hat geschrieben:ich mache und ich lerne und es hilft und was für komplizierte wörter irgend n prof dann dazu sagen kann is mir sowas von egal


was machst und lernst du denn?
und wie?
und wobei hilft es dir?

kannst du nur mit dem wort "empowerment" nichts anfangen oder erscheint dir (selbst-)ermächtigung als wort, als konzept, (oder sogar als ziel) auch überflüssig?
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Re: Empowerment

Beitragvon Verena » 2. Sep 2013, 21:14

kitsune hat geschrieben:was machst und lernst du denn?

meine fähigkeiten, meine skills, zu benutzen und daran zu denken das ich das mache
und wie?

von meiner thera habe ich sachen gesagt bekommen die bei anderen helfen und dann habe ich ausprobiert was bei mir hilft und wenn es dann ganz schlimm ist dann kann ich auf meine liste schauen, nicht weil mir das wer gesagt hat sondern weil ich schon gelernt habe das mir das mehr hilft als gegen die wand zu rennen und ich aber da nicht dran denke wenn mir danach ist an die wand zu rennen also ist der erste punkt auf dem zettel die liste zu benutzen

und wobei hilft es dir?

die bilder abzuschütteln das fühlen zu beenden mich besser zu fühlen

kannst du nur mit dem wort "empowerment" nichts anfangen oder erscheint dir (selbst-)ermächtigung als wort, als konzept, (oder sogar als ziel) auch überflüssig?

das sind soviele große worte...
konzept... ist auch so eins...

ich sage das ich das ankucken meines eigenen könnens(skills) auf dem weg zum ziel des mich gut fühlens gut finde
und die großen worte überlasse ich anderen
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Re: Empowerment

Beitragvon waterfall » 14. Okt 2013, 18:48

Ich glaube, ich brauchte sehr lange das Gegenteil von Empowerment.
Nämlich lernen, das Abhängigkeit immer da ist, dass es Abhängigkeitsverhältnisse gibt, die nicht schaden.
Lernen, dass ich auch schwach bin. Mich Menschen schwach erleben dürfen.

Ich habe einen Anteil, sie geht wirklich in Aufbruch und Autonomie und hat überhaupt keine Basis. Hat Abhängigkeit völlig gescheut und sich in Vielem auch sehr überschätzt. Immer alles alleine machen müssen, nie sich wohl anlehnen, nie delegieren, nie einfach auch schwach sein können und keine Verantwortung übernehmen müssen, usw.

Mittlerweile ändert sich ein wenig was. Weil die Basis immer stärker wird, die Mitte und dann können wir wirklich aufbrechen und in die Autonomie vorsichtig hinfühlen, ohne uns zu verlieren, aber der Grat ist noch schmal und es kann sein, dass wir wieder "größenwahnsinnig" werden und meinen: los geht's.

Für uns war auch wichtig eben nicht mehr über die Grenzen zu gehen, weil wir das im Übermaß machen mussten und gemacht haben.
Ich habe auch den Ansatz einer Feldenkrais-CD-Frau im Kopf, die sagt, wachsen kann man nur, wenn man innerhalb seiner Grenzen bleibt und sie langsam öffnet, nicht durch drübergehen. Das scheint mir für mich zumindest recht stimmig.

Ich muss sagen, ich habe auch eine leichte Sozialarbeiterinnen-Phobie, weil da oft so schnell auch bestimmte Konzepte "modern" werden und dann angewandt werden, ob es passt oder nicht.
Ist mir in der Psychiatrie passiert und in Kliniken, dass das Ressourcenorientierte mir nur geschadet hat und eben das "Schwache" dann völlig übergangen und übersehen wurde. So konnte ich nicht bekommen, was ich zum Wachsen brauchte, so funktionierte ich nur weiter und wurde in ungesunden Mustern unterstützt.

Bei mir war es angesagt, mir nicht zu sagen: sie können aber doch und klar, suchen sie sich wieder eine neue Stelle, bei mir war es angesagt, mir nahe zu bringen, wie beeinträchtigt ich bin und wie tief verletzte, wie tief die Wunde ist und dass ich da was "mitnehmen" muss, wenn ich "aufbreche".

Und das Thema zu spüren, was man kann. Ich habe mich da total lange auch richtig überschätzt und es war wichtig zu gucken, wo meine Grenzen sind, was eben nicht möglich ist.
Und langsam, langsam kommt aber vielleicht das Gefühl, dass ich was lernen kann. Also ich denke von mir, ich kann nicht sonderlich viel, Überlebenskünstlerisch schon, aber nicht so viel an Fähigkeiten, wie basteln, malen, Musik machen, Sport, usw. Abgespalten teils ein wenig, vielleicht, aber das bricht ein, das trägt nicht.
Und so fange ich langsam an, ein wenig Klavier spielen, ein wenig Sport, und ganz langsam kommt vielleicht ein ganz wenig das Gefühl, dass ich etwas kann, außer Überleben, was ich jetzt aber auch nicht kleinreden will.

In das Konzept Empowerment, da möchte ich mich gar nicht so einarbeiten. Da habe ich im Netz kurz gelesen, und halt auch, dass das bei manchen Patientengruppen gar nicht anwendbar ist, gerade bei Psychiatriepatienten und mir hätte in der Psychiatrie auch niemand damit kommen dürfen. Bzw. das ging schief. Da war was anderes gefragt. Da haben andere Menschen die Verantwortung phasenweise für mein Leben übernommen und die Erfahrung war so wichtig, dass andere mein Leben (die Gründe seien dahingestellt) wichtiger schätzten als ich und mich da auch vor mir selbst schützten, wo ich es wirklich nicht mehr konnte. (Heute habe ich gelernt da Verantwortung für mich zu tragen und begebe mich von mir aus in die Psychiatrie, wenn ich merke, da entgleitet mir was.)

Jetzt habe ich einen neuen Psychiater und der guckt ein bisschen nach selbständiger werden, glaube ich, aber füttert auch die Basis. Beides ist wichtig, denke ich.

Ein bisschen denke ich immer noch, das ist ein Modeding.
Und in meiner Therapie hat so ein Konzept keinen Platz, aber Elemente daraus sind durchaus vorhanden und ich denke, in konstruktiver Therapie schon immer gewesen.

Meine Gedanken. Wobei ich wie gesagt nicht sehr tief in der Konzept eingetaucht bin, ist nur, was das Wort Eigenermächtigung, Empowerment bei mir auslöst. Das, was ich in dieses Konzept wohl auch hineininterpretiere. Was mir bei dem Wort Ressourcenorientierung durch den Kopf geht und ich damit erlebt habe.
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Re: Empowerment

Beitragvon kitsune » 16. Okt 2013, 18:27

waterfall hat geschrieben:Ich glaube, ich brauchte sehr lange das Gegenteil von Empowerment.
Nämlich lernen, das Abhängigkeit immer da ist, dass es Abhängigkeitsverhältnisse gibt, die nicht schaden.
Lernen, dass ich auch schwach bin. Mich Menschen schwach erleben dürfen.

das wär für mich nicht das gegenteil von empowerment.
aber da kann man sicherlich ein sehr unterschiedliches verständnis von dem begriff haben.
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Re: Empowerment

Beitragvon waterfall » 16. Okt 2013, 19:13

@ Kitsune - darüber, was du da sagst, denke ich seit gestern nach.
Das, was ich da jetzt erlebe stärkt mich auf lange Zeit wirklich. Befähigt mich immer mehr.
Ist auf eine gewisse Art "empowernd", wenn man da einen Begriff zu verwenden will.

Und das, was ich vielleicht unter Empowerment kritisiert habe, das war gar kein wirkliches empowern.

Hm, irgendwie wackele ich so, wenn ich über das Konzept nachdenke, weil ich komme dann von mir weg.
Ich bin dann mehr "im Konzept", abstrakt und so, als bei mir.

Denke, ich müsste irgendwie ermächtigt sein halt, einem Konzept entsprechen, und stehe wo ganz anders.

Ich habe einen Anteil, sie fühlt sich super ermächtigt und denkt - ach super, Ermächtigung ist toll, genau das, was ich will und dann bin ich ganz schnell wieder in der Schiene zu denken, was zu können, was ich als Gesamtsystem einfach nicht kann.
Und etwas können hört sich ja so viel besser an, als etwas nicht können und wie steht man denn auch dumm da und so was und das ist ja dann nicht wirkliches Empowerment, du hast schon recht.

Es geht bei mir vielleicht auch um den Unterschied: wirkliche Autonomie oder aufgesetzte, die eben Bindung und schwach sein und all das ausschließt.
Um wirkliches "Empowerment" - oder "aufgesetztes" halt.

Auf dem Weg zu gesunder Autonomie bin ich. Aber irgendwie ganz ohne das Konzept Empowerment.
Ich folge meinem Weg und bekomme, was ich zu gesunder Nachentwicklung brauche und bin momentan ein ganz klein wenig Autonomie zu entdecken.

Naja, ich hatte ja auch gesagt, ich kenne mich mit dem Konzept nicht so gut aus.

Was ist für dich wichtig, an dem Konzept, Kitsune? für dich persönlich, was gibt es dir? Wenn du sagen magst, gerne auch per PN, und wendest du das für dich selbst an oder arbeitet jemand mit dir nach dem Konzept? Wo erlebst du das Konzept in Anwendung? Würde mich interessieren.

Hm.
Zuletzt geändert von waterfall am 16. Okt 2013, 19:42, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Empowerment

Beitragvon kitsune » 16. Okt 2013, 19:18

ach, weißt du,
mir ging es in der nachfrage hier weniger um ein konzept (und wenn dann wohl eher um mein eigenes und nicht "das" konzept von empowerment), als vielmehr um die frage, was leuten hilft, bei sich zu sein.
bei der eigenen entscheidungs- und gestaltungsfähigkeit.
bei der eigenen handlungs- und wirk-mächtigkeit.
eben bei der selbstermächtigung.
(was ich darunter versteh)
- oder auch, was es ihnen schwer macht

(wobei sicherlich das zersplittert-sein und die ambivalente haltung verschiedener teile eines systems es schwer machen kann da einen gemeinsamen weg zu finden. zum beispiel. weils völlig unterschiedliche vorraussetzungen gibt)

ich kenn "das konzept von empowerment" gar nicht wirklich. (falls es das überhaupt gibt. wahrscheinlich gibts eher ne vielfalt von unterschiedlichen konzepten dazu - und - von dem bisschen was ich gelesen habe auch unterschiedliche kritiken daran)
...
ich verfolg da eher meine eigenen gedanken.
und teilweise passen die ziemlich gut zu diesem wort.
für mich.
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Re: Empowerment

Beitragvon waterfall » 16. Okt 2013, 19:41

Das gefällt mir, dass du deinem eigenen "Konzept" folgst, bzw. einfach dir selbst versuchst treu zu sein und dir selbst zu folgen, bei dir zu sein.

bei der eigenen entscheidungs- und gestaltungsfähigkeit.
bei der eigenen handlungs- und wirk-mächtigkeit.
eben bei der selbstermächtigung.


Und beschränkt sich bei dir sein dann auf diese Fähigkeiten oder ist ein bei dir sein auch - bei der eigenen Schwäche sein, bei der eigenen Ohnmacht, usw., bei der eigenen Abhängigkeit?

Weil man ist ja nicht immer selbstermächtigt und nicht immer hat man eine Handlungsmächtigkeit und so.

aber so wie ich dich jetzt verstehe gehört das bei dir "zu deinem Konzept" auch dazu?

Also dann taucht für mich die Frage auf.
Was ist es, was einen "ermächtigt" oder in meinen Worten vielleicht eher - was ist es, was mich spüren lässt, dass ich mich selbst steuern kann, manchmal einen gewissen Handlungsspielraum habe, eine gewisse "Macht" manchmal vielleicht auch.
Das Gefühl selbst aktiv sein zu können.
Das Leben selbst in die Hand nehmen zu können.

Und die Frage - wo liegen für dich die Grenzen der Ermächtigung?

Weil unbegrenzte Macht ist ja auch nur ein Ideal.

Aber wie gesagt, für mich geschieht Autonomie automatisch, wenn ich meinem Weg der Nachreifung und des "dem bekommen, was ich brauche, um heiler zu werden", folge.
Autonomie geschieht für mich, wenn ich eine gesunde Basis habe, sprich, die gute Mutter, die mir Urvertrauen so gut wie möglich schenkt und dann im Zuge meiner (kindlichen) Entwicklung breche ich aus der Symbiose auf, werde dabei unterstützt. Erfahre mich selbst immer mehr, im Kontext der Welt, in der Auseinandersetzung mit mir und der Welt und entwickele ein gewisses Bewusstsein, eine gewisse Kompetenz evtl. ein gewissen Selbstvertrauen in meine Fähigkeiten und mich.

Und da, wo Menschen mich zu früh in der Autonomie gestärkt haben, also konkret im : gehen sie los und machen, das ist schief gelaufen.
Weil die Basis nicht stimmte und für mich gehört dann zur gesunden Autonomieentwicklung, noch was davor, vor der konkreten Ablösung und das ist dann aber die Basis, das gesunde Gerüst, was irgendwann "befähigt".

Ja, so ungefähr ist das für mich, mein innerer Ansatz. Aus der Ecke gehe ich das eher an.

Aber ich finde es interessant von deinem zu hören. Und auch hier - ich bin auf dem Feld gerade wackelig und am Suchen, weil eben gerade bei mir so ein kleiner Funken, von "ich kann" - auch mal "ohne" und so, aus eigener Kraft, entsteht. Aber wirklich ein Funken, und klar, den würde ich gerne stärken und wachsen lassen, Wurzeln ziehen lassen.

Und ja, durch das sehr stark Gespaltene oder auch "für mich" ist das mit besonderen Schwierigkeiten versehen gewesen. Aber es entsteht jetzt Autonomie aus der Mitte heraus. Ganz vorsichtig. Etwas, was Boden hat, meine Autonomie vorher war aus der Not geboren, eben keinerlei Unterstützung zu haben, und es ist schon seltsam, dass das überhaupt funktioniert. Da gilt es dann alles zusammenzuweben.

Oh, ich werde mich mit dem Thema noch mehr beschäftigen.
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