Missbrauch, Körper und Therapie

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Missbrauch, Körper und Therapie

Beitragvon kitsune » 10. Aug 2013, 18:24

Ich wollt mal n paar Sachen sammeln zum Thema Missbrauch, Körper und Therapie.
Wer mag ist eingeladen mitzusammeln.

Ich habe zum Beispiel einen Artikel gefunden, den ich spannend fand zum Thema
"Körpergewahrsein und Empowerment für Missbrauchsopfer"

Ich versuch mal die Argumente des Artikels zusammenzufassen:

Machtlosigkeit ist ein Kernelement der traumatischen Verletzung.
Machtlosigkeit als körperlicher Zustand kann durch Empowerment als körperlichen Zustand ersetzt werden.
Konkret erfahrene Erfolge in der Beherrschung der Lebensumstände stabilisieren Wachstum und Heilung.
Die Körper selbst sind infolge von Missbrauch durch Machtlosigkeit und einen Mangel an Sicherheit geprägt.
Die betroffene Person hat gelernt: sie oder er ist zu machtlos, um seinen Körper und seine Lebensumstände zu schützen.
Das Gefühl der Machtlosigkeit wird zu einem wesentlichen Bestandteil der Identität der Betroffenen.
Der Artikel besagt, dass diese Gefühle im Körper abgespeichert sind.
Wenn es keine praktische Möglichkeit gibt, um eine Bedrohung abzuwenden, dann bietet die Betäubung wenigstens ein Mittel sie auszuhalten. (-> Dissoziation, Drogenkonsum etc.)
Die Fähigkeit durch eigene Kraft Sicherheit zu schaffen ist entscheidend für das Heilen von Missbrauchserfahrungen.

"Stellen Sie sich jemanden vor, der ins Wasser fiel und beinahe ertrank. Dieser Mensch hat eine große Furcht vor dem Wasser.(...) Durch das Reden über seine Gefühle wird der Betreffende jedoch nicht das Schwimmen erlernen und vollständiges Empowerment muss in diesem Fall die Fähigkeit zu schwimmen einschließen."


Empowerment ist kein Gefühl; es ist die reale Befähigung sich vor Gefahren durch wirksames Handeln zu schützen.


Wer mehr dazu lesen will:
hier ist derLink zum Artikel als PDF

Würd mich über weitere Beiträge freuen (auch Diskussion)
Ich selbst werd nach und nach ein bisschen was zum Thema sammeln.
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Re: Missbrauch, Körper und Therapie

Beitragvon kitsune » 11. Aug 2013, 11:12

Integrativer Ansatz:
man hat nicht einen körper, man ist körper.

erfahrungen, ängste, erlebnisse, zustände werden nicht nur im geist gespeichert, sondern auch im körper. die körperliche ebene ist über den geist nicht zwingend zu erreichen.
"Aggression ist die biologische Fähigkeit bei der Verfolgung von Zielen Energie
einzusetzen. Im Zustand der Traumatisierung (Immobilität, Dissoziation) ist der Zugang zu diesen stärkenden Energien versperrt."


"Um auf Bedrohungen zu reagieren, kann der Organismus kämpfen, fliehen oder erstarren. Diese Verhaltensweisen sind Bestandteile eines Verteidigungssystems. Wenn es unmöglich ist, zu kämpfen oder zu fliehen, kontrahiert der Organismus instinktiv und greift zu seiner letzten Möglichkeit, der Erstarrung. Während dieses Sichzusammenziehens wird die Energie, die durch den Kampf oder durch die Flucht verbraucht worden wäre, komprimiert und im Nervensystem gebunden."
(Peter A. Levine: Trauma-Heilung, S.106)

"Bei Menschen entstehen Traumata, weil ein instinktiver Reaktionszyklus zwar initiiert wird, aber nicht zum Abschluss kommt."
(Peter A. Levine: Trauma-Heilung, S. 107)

Macht wurde von dem Kind in einer so tiefgehenden Weise als missbräuchlich erlebt, dass es später als Erwachsene/r fast nur die Alternative sieht, selbst zum Täter zu werden oder aber die eigene Energie zu unterdrücken, um der Gefahr zu entgehen, selbst zu missbrauchen. Die eigene Energie kann nicht mehr als etwas lebensbejahendes und positives empfunden werden.

Das der Kontraktion und Blockierung (Körperzustand der Angst / Anspannung) zu Grunde liegende Gefühl von Ohnmacht kann sich auflösen, wenn die Betroffenen lernen, sich wieder mit den Quellen ihrer Kraft zu verbinden und sie die Erfahrung machen, dass sie zu erfolgreichem Selbstschutz in der Lage sind.

Peter Levine entwickelte eine Körpertherapie in aufeinanderfolgenden Schritten.
- Wiederfinden des Bodens unter unseren Füssen
- In Kontakt mit Wut / Aggression kommen
- Umsetzung der aggressiven Energie in Bewegung, zb. Laufen (Fluchtreaktion()

...wenn ich fertig gesammelt habe fasse ich das mal hübsch zusammen. ;)
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Re: Missbrauch, Körper und Therapie

Beitragvon vogel » 11. Aug 2013, 11:24

Ich finds voll Spannend. Danke sehr fürs Sammeln. Beitragen kann ich grade nichts, außer meiner Aufmerksamkeit. ;-) Vielleicht später.
Meine ganzen Aber's hör ich mir grade lieber still an.
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Re: Missbrauch, Körper und Therapie

Beitragvon kitsune » 11. Aug 2013, 11:30

:)

Nur kurz:
ich trage hier grad tatsächlich erstmal zusammen.
Diskutieren würd ich das auch gern. und erfahrungen und abers und gedanken und so teilen.
nur dass klar ist, dass hier nicht meine meinung oder mein urteil steht, sondern theorien.
was ich gelesen hab.

insofern: gerne abers.
auch gern später. vielleicht. ;)
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Re: Missbrauch, Körper und Therapie

Beitragvon vogel* » 11. Aug 2013, 11:57

kitsune hat geschrieben:nur dass klar ist, dass hier nicht meine meinung oder mein urteil steht, sondern theorien.
was ich gelesen hab.

hab ich auch so verstanden.
willst du zum diskutieren einen extra-thread, oder kann/soll das dann hier sein?
frag ich mal nursofalls.
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Re: Missbrauch, Körper und Therapie

Beitragvon kitsune » 11. Aug 2013, 11:58

Das kann ruhig erstmal hier sein.
Falls das unübersichtlich wird kann man ja immernoch was abtrennen oder auslagern, denk ich.
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Re: Missbrauch, Körper und Therapie

Beitragvon kitsune » 14. Aug 2013, 18:36

Ein Trauma ist das Ergebnis einer unvollständigen Antwort auf eine belastende Situation, in welcher der mit der Situation verbundene Stress nicht ausgeleitet werden konnte (weil Kampf- und Fluchtreflexe nicht ausgelebt werden konnten) , sondern stecken geblieben ist und eingespeichert wurde.

"Angesichts von Schocks und Traumata ist es wichtig, den Verstand mit seinen Geschichten, Interpretationen, Gedanken ebenso loszulassen wie die Dramatisierung der Gefühle.
Statt dessen ist es sinnvoll, sich auf das ganzheitliche innere Empfinden zu konzentrieren und den Körper seine Reaktion zuende bringen zu lassen ohne diesen Prozess voranzutreiben oder zu unterdrücken."

http://www.klausjuergenbecker.de/filead ... Levine.pdf

gleicher text hat geschrieben:- Im / Nach dem Trauma fühlt sich der Körper nicht als sicherer Container --> fokussieren auf Ressourcen, auf gute Orte im Innen und im Außen, an denen man sich weniger angespannt und sicherer fühlt.
- Es ist nicht so wichtig, die Ursache eines Traumas zu kennen, wichtiger ist es mit den aktuellen
Effekten/Affekten umzugehen. --> wertvolle Erfahrung, daß man zur Effekt-/Affekt-Regulation in der Lage ist.
- In der Traumatherapie nach Peter Levine geht darum...
o Orte der Sicherheit im Körper zu fühlen
o die Sensationen, die einen früher überwältigt haben zu tolerieren und erleben, wie sie sich (durch das dabei bleiben von selbst) wandeln.
o das Wechseln zwischen dem angespannten und dem sicheren Teil zu erleben/ begleiten
o die Energie, die durch das bewußte Fühlen zurück kommt, willkommen zu heißen, da sie größere Lebendigkeit/Vitalität bedeutet.

- Es geht nicht um die logische Erinnerung an Ereignisse, sondern um die Körper-Erinnerung an sich selbst
- Es geht nicht darum, die Affekte/Effekte zu bekämpfen, verdrängen, dissoziieren, sondern darum einen Weg zu finden, mit ihnen präsent zu sein.
- In jedem Symptom ist der Same für einen Heilungsprozess angelegt
- Sicherheit kommt durch das Unterscheiden von Emotion/Gefühl, Sensation etc.
- Unterscheide: Sensationen sind im Körper fühlbar, Emotionen nicht; Lösungsansatz bei einer
Traumatisierung: gehe von der Emotion zur Sensation, indem du den Platz im Körper ausfindig machst (wo?), die Größe der Sensation im Körper (wie groß), das Ausmaß/die Form, die Qualität wann immer du eine traumatische Reaktion fühlst, weiche nicht aus, sondern frage dich:
o „wo im Körper fühlst du...?“
o „wie machst du...?“ (z. B. Wut, Angst)
o „woher weißt du, dass du ... bist“ (z. B. ängstlich)



-----
Das war nun sehr Traumatherapie inkl Körpertherapie. Nach Levine.
Was mich eigentlich ein bisschen mehr interessiert ist, welche anderen Arten von Körperbezogenen Tätigkeiten (weisskeinbessereswort) einen therapeutischen Nutzen haben können.
Im ersten Artikel steht was zu Aikido,
in einem anderen Forum lese ich immer mal wieder von jemandem, der auf Yoga schwört,
bei mir ist es das Tanzen (was ja nun nicht unbedingt tanzen im klassischen sinn ist)
... und bei euch?

Habt ihr da Erfahrungen?
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Re: Missbrauch, Körper und Therapie

Beitragvon Gast » 17. Aug 2013, 23:22

doof, dass dus gelöscht hast.
oder eher: schade.
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Re: Missbrauch, Körper und Therapie

Beitragvon kitsune » 18. Aug 2013, 10:40

Eine für mich sehr beeindruckende Erfahrung (neben anderen), die ich beim Tanzen gemacht habe,
war die Kraft zu spüren, die im losrennen steckt.

In den allermeisten Situationen, in denen man im Alltag an einen Punkt kommt, der "weglauf-impulse" anstößt (also immer dann, wenn man denkt: bloß weg hier! Flucht!) kann man nicht losrennen.
oder man tut es nicht. zumindest nicht körperlich (man flüchtet innerlich, dissoziiert, aber man bewegt sich nicht). Entweder weil die Situation es nicht zulässt (wenn ich auf der Arbeit in eine Situation gerate, vor der ich am liebsten flüchten würde, dann kann ich schlecht einfach aus dem Raum stürzen und ne Runde um den See rennen gehen), oder weil man es sich selbst verbietet, weil es "unangemessen" scheint.
Beim Tanzen habe ich einen Raum in dem das möglich ist. In dem das nicht beobachtet und bewertet, sondern einfasch hingenommen wird ("kitsune rennt mal wieder los").

Des öfteren gerate ich beim Tanzen in Situationen - weil wegen Körper oder wegen Bildern oder wegen aufkommenden Emotionen warumauchimmer - in denen ich dann hänge. mich festdrehe. und auch das kann ich inzwischen besser hinnehmen. aber - und das war eine sehr befreiende erfahrung - ich kann auch ausbrechen.
und mit dem losrennen klappt das inzwischen ziemlich gut.

was daran auffällig ist, ist wieviel kraft das freisetzt.
das geräusch der schnellen schritte auf dem boden, das durchqueren des raumes, die bewegung, die veränderung der lage. das "rauslassen". das ausagieren von impulsen.
ganz ohne dass das jemandem schadet, ganz ohne irritationen. ohne angeglotzt werden. ohne drama.
einfach rennen.

war auch schön, dass ich dabei - auch hier wieder auf eine sehr undramatische weise - unterstützt wurde.
inzwischen passiert das häufig, dass ich eine situation transformiere, indem ich einfach losrenne.
und manchmal... rennen dann auch andere mit. fangen auch an zu laufen.
und oft müssen wir dann dabei lachen. lautes stampfen.
das ist --- ziemlich toll.
;)
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Re: Missbrauch, Körper und Therapie

Beitragvon kitsune » 18. Aug 2013, 10:48

kitsune hat geschrieben:aber - und das war eine sehr befreiende erfahrung - ich kann auch ausbrechen.

achso.
was ich daran besonders finde....
im kopf hatte ich das schon lange klar.
aber das im körper zu spüren. durch das TUN, das hat für mich ne völlig andere dimension. eine ganz andere wirkung.
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Re: Missbrauch, Körper und Therapie

Beitragvon vogel » 18. Aug 2013, 10:51

Gast hat geschrieben:doof, dass dus gelöscht hast.
oder eher: schade.

Ja finde ich jetzt auch.
Aber gestern Nacht wars notwendig so. So isses halt manchmal. :weissnich:
Wenns noch jemand hat und mir per PN zuschickt, setz ich's wieder rein.
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Re: Missbrauch, Körper und Therapie

Beitragvon kitsune » 18. Aug 2013, 11:01

vogel hat geschrieben:Aber gestern Nacht wars notwendig so. So isses halt manchmal. :weissnich:

ja.

ich hab den text nicht mehr.
wenn ein beitrag gelöscht wird ist der weg.
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Re: Missbrauch, Körper und Therapie

Beitragvon vogel » 18. Aug 2013, 11:21

Hmmm hätt ja sein können, jemand hat noch ne Benachrichtigung irgendwo rumfliegen.
Aber ist ja vielleicht auch besser so, solange ich mir nicht einig bin.
Vielleicht ist es wichtiger für den Teil von mir für den's wichtig ist, dass der Raum den ich beschrieben habe "meins" bleibt als dass ich das hier mit euch teile. Oder die Unsicherheiten waren für den zu groß. Oder andersrum die Sicherheiten zu zerbrechlich. Oder wasweißich.
Ich finde Körper ein schwieriges Thema zum teilen, weil ich für den immer ausgelacht worden bin.
Das macht dann die Schwierigkeiten die ich hier eh schon hab, nochmal größer.

Na vielleicht schreibe ich das ja nochmal. Weil eigentlich find ichs gut mich auszutauschen und eigentlich fand ich auch das was ich geschrieben hatte gut. 8-)
Sorry fürs Kuddelmuddel.
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Re: Missbrauch, Körper und Therapie

Beitragvon stachelfisch » 18. Aug 2013, 19:58

versteckt: @ vogel
ich hab den mailbenachrichtigungsbeitrag noch gefunden. eher zufällig, weil autolöschung meiner mail sonst alle 24 std etwa.
ich hab den dir als mail gesendet, falls du den wieder einsetzen willst. oben oder nun hier drunter.
ihr mich auch
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Re: Missbrauch, Körper und Therapie

Beitragvon vogel » 19. Aug 2013, 22:16

Da isses wieder.

vogel hat geschrieben:Also ich weiß nicht ob das hier passt zu deiner Frage, aber mir hilft das Schwimmen grade immer ganz enorm.
Um rauszukommen aus dem Denken und reinzukommen ins Fühlen.
Manchmal fühle ich dann nur Körper (am Anfang war das sehr sehr sehr anstrengend und fast unaushaltbar, aber inzwischen genieße ich das) und inzwischen kommen dann mitunter auch unterdrückte Gefühle oder Erinnerungen hoch. Oder Gefühle die hinter Gedankenkreisen, Ängsten, Wut stecken. Die mir aber in dem Moment nichts anhaben können, weil das Schwimmen für mich sowas wie ein sicherer Ort ist. Bahn hin, Bahn zurück und immer wieder auf die Technik achten. Und wenns geht noch mitzählen die Bahnen. Da ist der Kopf dann beschäftigt und der Rest kann auch mal sein. ;-) Also sie gehen schon durch die Gefühle, aber in dem Moment kann ich sie gut ertragen, will ich damit sagen. Und kann dann sehr nah mit mir sein. Weil der Rahmen sehr klar ist. Und weil alles so weich ist. Und weil ich einfach glücklich bin, wenn ich schwimme. Das klingt jetzt vielleicht schräg, aber es ist so und es ist so egal was nebenher bei "raus" kommt und mit ist.
Hinterher überschwemmt es mich dann manchmal doch, ... hm. Aber da werde ich immer "verständnisvoller" mit irgendwie. Und ich nehm das in Kauf.

Abgesehen davon habe ich soooo viele Ängste überwinden müssen, um überhaupt schwimmen zu gehen, ich glaube das alleine ist schon ein "Therapie"erfolg.
Sag ich mal so ein bisschen eitel. :-D Am Anfang war mein Kopf immer voll mit Angstbildern, wenn ich ins Schwimmbad gegangen bin und ich hatte nur sehr selten mal ne Minute in der ich mich wirklich sicher gefühlt hab. Dann hab ich die irgendwann mal aufgeschrieben in all ihrer Absurdität. Danach hatte ich ca. eine Woche Stress und jetzt geht das voll, bis auf ganz seltene Momente. Ist jetzt echt OT, aber ich freu mich jedes mal darüber, wenn ich im Schwimmbad bin und es macht mir insgesamt Mut mit mir.


Beim letzten mal war es sehr arg schwer, so viel "positives" stehen zu lassen auch.
Deswegen schnell noch was "negatives" hinten dran: Ich hab immer noch Angst vor tiefem Wasser und übe die grade weg.
Wenn ich nicht am Rand oder neben der Kugelsachnur schwimmen kann, find ich's echt spooky.
Und/aber es ist krass zu merken körperlich, was für einen Unterschied die Angst macht.
Und es ist gut einen Raum zu haben, in dem man was riskieren kann, ohne das es wirklich gefährlich ist.
Doch nicht so negativ jetzt. Aber ich glaub ich werds diesmal trotzdem stehen lassen. ;-)

Lieben Gruß
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