raus finden

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Re: raus finden

Beitragvon stachelfisch » 1. Jul 2014, 18:27

hey, ich habe dich gelesen.
mir fällt es schwer, etwas zu dem, was du schreibst, zu sagen, aber dich da einfach so sitzen lassen, das will ich auch nicht.
ich bin keine ärztin, aber das, was du schreibst klingt nach einer schweren depression und ich befürchte, das kannst du mittels homöopathie nicht heilen.
deine erfahrungen mit der schulmedizin liegen, vermute ich, schon einige jahre zurück.
meinst du nicht, du solltest das noch mal versuchen, dich ganz neu einstellen zu lassen? denn selbst die beste therapie und beratung kann nicht greifen während einer depression.

übrigens sind veränderungen der prozesse im gehirn nach einem trauma oftmals ähnlich wie bei einem hirnorganischen problem. d.h., wenn dir jemand sagt, du hättest diese oder jene psychische krankheit oder "behinderung" , dann kann das sein, muss aber nicht. das fatale ist: syptome nach einem trauma bekommst du nicht auf dieselbe weise geheilt und behandelt wie die, mit denen sie verwechselt werden können...
ihr mich auch
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Re: raus finden

Beitragvon Gast » 3. Jul 2014, 14:57

wenn man gezwungen ist, mit mehreren anderen zusammenzuleben, von denen man nur sehr wenig weiß, weil die einen offenbar extrem ablehnen und nach kräften versuchen zu verhindern, dass man irgendetwas von ihnen mitbekommt …

wenn die aber gleichzeitig großen einfluss auf das eigene leben nehmen, indem sie beispielsweise kontakte zu anderen menschen verhindern oder beeinflussen ... oder verhindern, dass man bestimmte dinge tun kann, die einem wichtig sind ... oder indem sie dinge tun mit denen man nicht einverstanden aber von deren folgen man betroffen ist …

wenn man trotzdem immer wieder mitbekommt, dass es manchen von denen sehr schlecht geht, dass manche allem anschein nach große schmerzen haben, verängstigt, verzweifelt, panisch oder wie von sinnen sind …
wenn andere von denen diejenigen dann bestrafen oder zusätzlich quälen, sobald man sich anmerken läßt, dass man etwas mitbekommen hat oder gar darauf reagiert …


wenn es keine möglichkeit gibt, denjenigen unter ihnen, die so leiden, zu helfen …
wenn jeder versuch kontakt aufzunehmen (um zu helfen, oder um zu verstehen, was bei denen überhaupt los ist, oder um zu sagen, dass es so nicht geht, dass man es so nicht aushält) nur dazu führt, dass die, denen es eh schon so schlecht geht, noch zusätzlich bestraft werden …
wenn einem dann entweder häme und spott und aggressivität entgegenschlägt, oder die sich daraufhin so komplett entziehen und abschotten, dass man unweigerlich glaubt sich alles nur eingebildet/zusammenphantasiert zu haben und am eigenen verstand zweifelt …

wenn es keine möglichkeit gibt, dauerhaft von denen weg zu kommen, ohne die zu leben …
wenn die einzige möglichkeit scheint, deren leid zu ignorieren und auszublenden und irgendwie weiterzumachen – soweit die einen eben lassen … sich mit denen zu arrangieren …

wie soll man das aushalten? und wozu?

vor einem jahr. und vor zehn und vor zwanzig ... und immer noch.
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Re: raus finden

Beitragvon kitsune » 4. Jul 2014, 17:29

das klingt echt beschissen.

sag mal...
ist es irgendwie möglich zu den bestrafern kontakt aufzunehmen?
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Re: raus finden

Beitragvon Gast » 8. Jul 2014, 23:00

die wäre gekommen heute. das hat sie angeboten. von sich aus. einfach so.
ich hätte nur ja sagen müssen.
*malhierreinschreib* damit ichs wiederfinde. weil das ja auch total schön is.

außerdem gehts mir besser. ich geh wieder arbeiten und da kanns mir ja nich so gehen.
und gehts dann auch nicht. das ist das gute an der arbeit.
ich war nämlich auch krank. und konnte nicht arbeiten und keinen sport machen und nix. nur im bett liegen. und da muss man sich ja nich wundern wenn man depressiv wird. wenn man wochenlang nur im bett liegen kannn. alleine mit seinen gedanken. und nem virus.

aber das is ja jetzt wieder besser :ja:
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Re: raus finden

Beitragvon Gast » 9. Jul 2014, 01:11

und der plan ist: weitermachen mit dem was eben grad geht.
und das ist mehr als jemals zuvor.
[spoiler=]zb die arbeit. das ist zwar nur son 450€ job inna küche, und ich schäm mich da oft für, dass ich nur sone deppenarbeit machen kann, aber andererseits wars fast zwanzig jahre lang völlig illusorisch regelmäßig irgendwohin gehen zu wollen, wo menschen sind. und das auch noch nach plan, zu vorgegebenen uhrzeiten.
ich konnte viele viele jahre lang keine fünf minuten vorausplanen.
ich hab mich selbst verletzt solange ich denken kann. zum teil massiv-und das ist jetzt schon fast 9 jahre nicht mehr vorgekommen.
ich hatte 17 jahre lang ne extrem ausgeprägte bulimie. und die is vor vier jahren einfach verschwunden.
ich hab 12 jahre lang jeden abend alkohol getrunken. und nicht wenig. das mach ich seit 3 jahren nicht mehr.
wegen dieser dinge war ich in psychosomatischen kliniken immer wieder. und hab da nichts dran ändern können. gar nichts. obwohl ichs mit aller kraft versucht hab. hab ja nichmal drüber sprechen können.
verschwunden ist alles immer von selbst. in zeiten ohne therapie.
auch wenn es das nicht gibt. dass sowas einfach verschwindet. schon gar nicht, wenns so massiv oder sonlange aufgetreten ist. das hat auch neulich diese zi frau gesagt. sowas gibts nicht. sowas kommt nicht vor.

aber genau so wars.

und jetzt stehts hier in diesem thread, der ja von anfang an irgendwie komisch und peinlich war und so dass man den beim lesen eigentlich nur unglaubwürdig finden konnte. da macht das jetzt auch nix mehr kaputt, wenn das auch noch drinne steht.

sinn ergibt das eh alles keinen.

ich mach einfach irgendwie weiter. und versuch so wenig schaden wie möglich anzurichten.
und hoff, dass es nich schlimmer wird.
und vielleicht wirds ja sogar besser.
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Re: raus finden

Beitragvon Gast » 9. Jul 2014, 07:39

ich glaube dir sofort, dass es das gibt.
und ich wünsche dir alles gute beim "weitermachen".


und wegen dem "deppenjob": es gibt genug profs, die deppen sind.
und leute die inner küche oder im imbiss oder anner kasse arbeiten und viel netter und cooler und klüger sind, mit denen man ganz andere gespräche führen kann und die nicht die ganze zeit raushängen lassen müssen, wie lang ihre krawatte ist.

ich kann nachvollziehen, dass das ne mega leistung ist. für mich wäre das auch ne zeitlang unmöglich gewesen.
und ich finde es gut, dass du das sehen kannst und viel daraus mitnehmen kannst. :ja:

lieben gruß
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Re: raus finden

Beitragvon *v* » 9. Jul 2014, 08:33

ups. das war ich.
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Re: raus finden

Beitragvon Gast » 9. Jul 2014, 16:27

@ *v*
was bringt dich dazu, das zu glauben? und dann auch noch sofort ...
ich hab noch nirgends von jemandem gehört oder gelesen, der/die ebensolche erfahrungen gemacht hätte. und auch die sogenannte fachwelt scheint sich darüber einig zu sein, dass svv, bulimie, alkoholabhängigkeit (und von der muss man bei 12 jahre andauerndem täglicfhem konsum ja wohl ausgehen) nicht von selbst verschwinden. ohne therapie und sogar ganz ohne bemühen darum
versteckt:
denn genau so war das: dagegen ankämpfen oder auch nur verstehen wollen, was sich da genau abspielt, hat jedes dieser probleme verschlimmert. verschwunden sind die, ohne dass ich da irgendwie drauf hin gearbeitet oder mich angestrengt hätte oder so. das war einfach vorbei wie son böser spuk


und was meinst du mit mega leistung?

kann es sein, dass du das geschrieben hast, weil du vermutetest, dass ich mir das in etwa als antwort gewünscht hab?

mir hats auch tatsächlich erstmal gut getan das so zu lesen.
hätte jemand meine worte angezweifelt, hätte ich mich dadurch sicher sehr verletzt gefühlt, und ne nichtantwort hätte in richtung anzweifeln, nichtglauben, nicht ernst nehmen, interpretiert.

aber wie du zu deiner antwort kommst, das versteh ich nicht. und hab deshalb ehrlich gesagt schwierigkeiten, die so zu schlucken.

:shame: :?
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Re: raus finden

Beitragvon kitsune » 9. Jul 2014, 20:32

ich glaub das auch sofort, gast.
und warum?
weil es keinen grund gibt das nicht zu tun.
dinge sind nich immer so, wie irgendwelche professionellen das in ihren köpfen haben.
jedes leben folgt eigenen regeln.
darum.



(ich weiß, die frage ging nicht an mich. aber trotzdem.)
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Re: raus finden

Beitragvon *v* » 9. Jul 2014, 21:10

ich sag moreg warum ja? weil heute kann ich nicht richtig denken. die gedanken sind da aber sie passen nicht in wörter. ich hoffe solange fühlt es sich nicht wie schluckenmüssen an. du musst gar nichts schlucken. neinneinnein. :nein: :hallo:
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Re: raus finden

Beitragvon *v* » 9. Jul 2014, 21:12

oh gott tut mir leid.
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Re: raus finden

Beitragvon *v* » 11. Jul 2014, 12:40

so nun nochmal zu deinen fragen. :-)

Gast hat geschrieben:was bringt dich dazu, das zu glauben? und dann auch noch sofort ...

mehrere dinge.

meine erfahrungen mit menschen.
aber auch wie ich dich hier lesend erlebt habe. nämlich nicht auf effekt bedacht. eher im gegenteil.

Gast hat geschrieben:und was meinst du mit mega leistung?

mit mega leistung meine ich, dass ich nachvollziehen kann wie schwer es ist trotz der änsgte und anderer unwägbarkeiten regelmäßig und verlässlich irgendwohin zu gehen, wo menschen und anforderungen sind.
aus eigener erfahrung. und ich hab das vor allem deswegen geschrieben, weil ich von mir selber weiß, wie schnell ich mir solche leistungen aberkenne.
ich bin z.b. in meiner familie "klassenabsteigerin" und konnte mir kaum anerkennen, den berufsschulabschluss geschafft zu haben. "deppenjob" wäre absolut eine wertung, die z.b. mein vater meiner derzeitigen tätigkeit zudenken würde.
auch jetzt noch fällt es mir oft schwer, das anzuerkennen was ich kann und mich nicht als anhäufung von defiziten oder im vergleich zu anderen zu sehen.
andere die ohne probleme 40-stunden-wochen schaffen. andere die trotz traumatisierungen grade ihren doktor schreiben. das könnte ich grade auch tun, wenn ich mich besser zusammenreißen würde. endlosigkeiten könnten hier folgen, warum ich ungenügend bin und nichts leiste. aber grade mag ich mein leben und mein hickhack und ich mag sehen dass es eine super sache ist dass ich das was ich grade schaffe schaffe. und wie ich es schaffe.
ich mag es am ende des tages zu sehen was ich gemacht habe und nicht was ich nicht gemacht habe. grade wenn es mir nicht gut geht. also grade dann, wenn es ne mega leistung war überhaupt irgendwas zu schaffen, und sei es nur anwesend zu sein und briefe einzutüten. ja ich weiß, wie schwer das manchmal ist.
und ich habe oft auch bei anderen gesehen, wie solche wertungen ihnen im weg stehen dabei ihre eigene arbeit anzuerkennen.
leute mit denen ich saugerne zusammenarbeite oder die ich als große bereicherung erlebe oder von denen ich weiß, wie toll es ist dass sie das schaffen was sie schaffen, auch wenn es im vergleich zu anderen nicht nach viel aussieht. (auch hier könnten wieder endlosigkeiten folgen. :-) )
das ist so schade. es ist ungerecht. und es setzt auf die schon vorhandenen schwierigkeiten noch eine drauf.
und das bei leuten die eh schon kämpfen, z.b. auch ganz konkret mit niedrigen löhnen und schwierigen arbeitsbedingungen, grade in der gastro wird man ja nicht auf rosen gebettet.

ich finde es vor diesem hintergrund gut dass du das dir selber anerkennen kannst und deswegen habe ich das geschrieben. weil mich das gefreut hat.
weil ich es selber kenne wie schwer das oft ist, das zu sehen, hat es mich besonders gefreut.

Gast hat geschrieben:kann es sein, dass du das geschrieben hast, weil du vermutetest, dass ich mir das in etwa als antwort gewünscht hab?

nein ehrlich gesagt habe ich mich gefragt, ob du dir überhaupt eine antwort wünschst, udn gehofft, dass ich mit meiner nichts kaputt mache. :shame:

lieben gruß
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Re: raus finden

Beitragvon Gast » 12. Jul 2014, 12:57

@ kitsune und *v*
danke für eure antworten, fürs glauben und fürs erklären.
mehr geht grad nich zu schreiben.
deswegen jetzt nur son lahmes danke. weil ich nich will, dass ihr denkt, dass ich die antworten iirgendwie blöd fand (garnich) oder dass die was kaputt gemacht hätten (auch garnich).
ich habs gerne, wenn mir einer antwortet.
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Re: raus finden

Beitragvon vogel » 13. Jul 2014, 10:48

Gast hat geschrieben:ich habs gerne, wenn mir einer antwortet.

Gut zu wissen. :-) :hallo:
Wir sind, was wir sind. Und wir versuchen immer unser Bestes.
Es steht Ihnen nicht zu, die Kriterien festzulegen, nach denen man uns zu beurteilen hat.

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Re: raus finden

Beitragvon Gast » 3. Aug 2014, 18:50

ich bin die letzten tage schon wieder total ... hm ... versackt. hab nur rumgehangen. ich hatte frei und dann geht das so schnell.
wenn ich nicht wegen der arbeit aufstehen muss, bleib ich liegen. länger, als mir gut tut. an so tagen muss ich mich oft zu jeder kleinigkeit zwingen und wenn ich länger als zwei tage frei hab, brech ich schnell ziemlich tief ein.

das hat auch damit zu tun, dass ich dann eigentlich immer allein bin und mir das manchmal aber anders wünschen würde.
doch sobald ich konkret drüber nachdenke, mich irgendwie unter menschen zu begeben, oder zb auch nur hier was zu schreiben, dann ist viel zu viel verschiedenes gleichzeitig da, und reißt in unterschiedliche richtungen. viel aggressivität vor allem auch.

je schneller ich so gedanken aufgebe, um so schneller hab ich wieder ruhe innerlich, um so schneller kann ich wieder klar denken, fall ich aber auch wieder in diese antriebslosigkeit und in gefühle von sinnlosigkeit, einsamkeit, ausweglosigkeit zurück.

wenn ich das aber weiter verfolge (also den wunsch mit menschen in kontakt zu gehen) dann nimmt die raserei und das gewimmer und gestichel und genörgel und gezeter immer mehr zu. und auch die angst davor, dass sich das, für andere wahrnehmbar, bahn bricht, dass ich die kontrolle über mein handeln verliere, dass äußere situationen eskalieren, oder dass ich (nicht ganz so schlimm aber auch blöd) bei nem möglichen treffen nur stumm und dumm dahock, weil ich fast all meine kraft und aufmerksamkeit brauche, um das innere chaos irgendwie zu deckeln und weil ich's deshalb kaum schaffe, mich an nem gespräch zu beteiligen.

ich will nicht, dass andere menschen davon mitbekommen (zumindest will ich entscheiden was und wieviel)
ich will das verstehen und sortiert und geordnet und irgendwie beherrschbar kriegen bevor ich zu irgendwem in kontakt trete, weil's sonst unweigerlich zu ganz blöden schieflagen und verwicklungen und verletzungen kommt und weil so ne wirkliche begegnung doch sowieso unmöglich ist.
also bleib ich allein. mit isolation komm ich zurecht.

nur manchmal krieg ich angst, das eben nicht zu schaffen (also das zu verstehen und zu ordnen) und bis zum ende allein zu bleiben und irgendwann sterben zu müssen, ohne das aufgeräumt zu haben und ohne je nem andern menschen wirklich nahe gewesen zu sein.
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