schuld

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schuld

Beitragvon svt » 12. Jan 2016, 21:04

hallo,

könnte mir bitte jemand etwas erklären?
vielleicht auch nur theoretisch, hypothetisch oder an einem bildhaften beispiel?
ich würde gerne was verstehen und so evtl. helfen wollen, was ich aber im moment nicht nachvollziehen kann.
wenn jemand sagt, er sei an einem geschehnis schuld und gleichzeitig angst hat sich dazu zu äußern, weil jemand anderes sagen könnte "ja, es ist deine schuld" - wie passt das zusammen?
das widerspricht sich doch - oder? wovor die angst, wenn doch die überzeugung herrscht, dass die schuld da ist?
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Re: schuld

Beitragvon marea » 12. Jan 2016, 21:22

hmm.

interessante frage.
ich denke, der unterschied ist, ob man sich selbst die schul zuspricht/eingesteht, oder ob man es von außen gesagt bekommen.
vielleicht ist das dann unangenehmer oder peinlicher? hat vielleicht mehr gewicht, als wenn ich das "nur" selbst sagen?

ich hatte mal irgendwo ein arbeitsblatt für den unterricht zum thema schuld, da ging es um verschiedene arten, mit schuld umzugehen. die schuld anderen zuschieben, die schuld unter den teppich kehren, die schuld schönreden, kleinreden etc pp.
eine variante war, mit der eigenen schuld zu kokettieren. überspitzt gesagt "haaach, ich dummerchen". verstehst du, was ich meine? das ist dann gefühlt was ganz anderes, als wenn jemand zweites dir sagt "hey, da hast du scheiße gebaut".


aber ja, theoretisch widerspricht sich das natürlich, wie du schreibst.


lg, marea
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Re: schuld

Beitragvon svt » 12. Jan 2016, 22:19

marea hat geschrieben:eine variante war, mit der eigenen schuld zu kokettieren. überspitzt gesagt "haaach, ich dummerchen". verstehst du, was ich meine?
ja, aber ich denke, das ist es nicht.
dafür ist zu viel überzeugung vorhanden.
um so mehr hat es mich ja auch irritiert, als jetzt klar wurde, dass gleichzeitig die angst da ist, dass gesagt wird "du bist schuld".
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Re: schuld

Beitragvon Gast » 12. Jan 2016, 22:46

Es ist doch was ganz anderes, mit der eigenen Schuld sichtbar zu werden!

und das tut man ja, wenn jemand anders sagt: DU!
(oder vorher. der andere hat einen ja gesehen - und weiß um die schuld. das ist was ganz anderes)

denn....

zur eigenen Schuld kommt ja häufig auch noch die Scham.
Und Scham macht, dass man am liebsten unsichtbar sein möchte.
Und dann so sichtbar zu sein, zu werden, sich zu zeigen mit der eigenen Scham / Schuld... das kann dann doch nochmal ne ganz andere Dimension haben.


vielleicht ist es in dem fall den du meinst auch so ähnlich.
zumindest ist vielleicht da auch scham. scham ob der eigenen shculd.
und dann wird das ganz anders. das gesehen weerden.
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Re: schuld

Beitragvon Gast » 13. Jan 2016, 08:45

Widerspricht sich nicht.
Einsicht, die zu Scham führt, ist die eine Seite.
Konfrontation , Du-Botschaften, Zuweisungen oder die Angst vor Verurteilung ist die andere Seite. Scham, die dann auch noch verurteilt wird, “selber schuld“, wo es jemanden braucht, der ohne zu urteilen zuhört, der hilft, sich selber verzeihen zu können ist nicht gerade ein wünschenswertes Arrangement.
Kein Wunder, dass es vermieden werden soll.
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Re: schuld

Beitragvon svt » 13. Jan 2016, 13:58

Gast hat geschrieben:Konfrontation , Du-Botschaften, Zuweisungen oder die Angst vor Verurteilung ist die andere Seite. Scham, die dann auch noch verurteilt wird, “selber schuld“, wo es jemanden braucht, der ohne zu urteilen zuhört, der hilft, sich selber verzeihen zu können ist nicht gerade ein wünschenswertes Arrangement.
das würde bedeuten, dass die angst da ist, dass die eigene aussagen bestätigt wird?

Gast hat geschrieben:Es ist doch was ganz anderes, mit der eigenen Schuld sichtbar zu werden!
[...]
zur eigenen Schuld kommt ja häufig auch noch die Scham.
Und Scham macht, dass man am liebsten unsichtbar sein möchte.
Und dann so sichtbar zu sein, zu werden, sich zu zeigen mit der eigenen Scham / Schuld... das kann dann doch nochmal ne ganz andere Dimension haben.
dann würde ich die wiedersprüchlichkeit verstehen.

aber ich glaube, da ist so gar noch mehr dabei bzw. muss da noch mehr dahinter stecken.
blöd, das uns hier jemand abhanden gekommen ist, die es vielleicht besser hätten greifen können als ich.
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Re: schuld

Beitragvon Zelma » 13. Jan 2016, 17:05

Hallo,

ich nehme mal an, es ist die Angst vor den Folgen, vor Strafe. Sei es die soziale Ächtung, die frühere Erfahrung, dass auf Schuld körperliche oder Psychische Strafe folgte und nun auch davor die Angst da ist und anderes mehr.

Schuld macht auch etwas mit dem Ego, macht einen gefühlt angreifbar.

Das so meine Meinung.

LG, zelma
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Re: schuld

Beitragvon svt » 14. Jan 2016, 20:48

ich glaube, ich habe nun verstanden, dass es nicht allein und ausschließlich um schuld geht und deshalb das von mir "zu kurz gedacht" war.

danke für eure rückmeldungen
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