Stabilisierungstechniken

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Stabilisierungstechniken

Beitragvon Zelma » 6. Okt 2013, 12:04

Hier möchte ich Stabilisierungstechniken für Krisen sammeln. Sie kann gerne von euch ergänz werden.


Was mir während einer massiven Krisenzeit beim Schreiben meiner Diplomarbeit geholfen hat:

a) ein Netzwerk, welches mich ständig ins Hier und Jetzt holte. Ich hatte mit verschiedenen Menschen Telefontermine vereinbart, an denen sie jeden Tag anriefen und mit mir belangloses sprachen, mich fragten wie das Wetter ist, was ich gegessen habe und mich am Ende fragten, was ich nun Stabilisierendes für mich tue. Vieles wusste ich später nicht mehr und auch heute weiß ich noch vieles nicht, was in der zeit geschah. Es waren Freundinnen, mein Partner und meine Therapeutin, die mich anriefen. Irgendwann konnte ich es drehen und rief selbst an, konnte also selbst aktiv sein. Wenn ich mich zu der vereinbarten Uhrzeit nicht meldete, bekam ich einen "Nachfrage-Anruf". Irgendwann konnte ich mich langsam davon lösen und heute telefoniere ich nur noch einmal am Tag mit meinem Partner.

b) ich hatte einen strickten "Stabilisierungsalltag" und arbeitete regelmäßig meinen Notfallkoffer ab!!! Verteilte das bewusst auf den Tag. Mein Notfallkoffer ist "altersgerecht" aufgeteilt und jeden Tag bekam jede Altersgruppe erst mal mindestens zweimal am Tag, spätere einmal am Tag die Möglichkeit sich mit dem Notfallkoffer zu beschäftigen. Tu das bitte auch. Alleine die Beschäftigung mit dem Thema hat meist eine stabilisierende Wirkung.

c) Ich hatte einen Wecker, der zu Anfang alle halbe Stunde klingelte. Das war für mich das Zeichen, dass ich kontrollieren musste, ob die Erwachsene anwesend ist und ich machte Erdungsübungen. Ziel war immer: Feststellen, wo die Erwachsene ist und diese zu stabilisieren.

d) für Wutanfälle habe ich einen Boxsack, für die Trauer eine warme Decke und eine kleine Wärmflasche, etc.

e) ich schrieb ganz viel, jedoch immer nur fünf Minuten, machte dann Pause, ansonsten wäre ich gnadenlos dissoziiert.

f) Kochen, Backen, Gartenarbeit hat alles sehr stabilisierende Wirkung. Aus dem Grund koche ich nich heute regelmäßig mit meinem Partner, backe, wenn es die Kraft und Zeit zulässt. Ich setze Pflanzen und samen, pflege diese. Dazu brauchst du weder Balkon noch Garten. Das kannst du auch in und für die Wohnung machen.

g) Irgendwann konnte ich mich dann auch wieder mit einer Freundin zu einem regelmäßigen Lauftreff verabreden, zu dem ich kommen musste!

h) Selbstdisziplin ist ganz wichtig! Und wenn du merkst du kannst etwas nicht alleine, dann such nach Möglichkeit durch wen du wie unterstützt werden kannst. Und tricks dich dabei icht aus.

i) es war und ist eine straighte Zeit. Wenn es nicht um meinen Abschluss gegangen wäre, ich wäre schon lange in der Klinik. Es bedeutet massive Selbstdisziplin und kostet unheimlich viel Kraft, da ich noch immer sehr viele Wechsel habe.

Es war noch viel mehr, was ich tat. Alles möglichst im Hier und Jetzt.

Das Internet und das Forum, die sind aus meiner Sicht viel zu virtuell, um sich damit zu stabilisieren.


LG, Zelma
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Re: Stabilisierungstechniken

Beitragvon Gast » 6. Okt 2013, 21:27

das hat dich also stabilisiert :scratchhead: für mich wär das ein sicherer weg um mich direkt und in allerkürzester zeit wieder in richtig ernsthafte schwierigkeiten zu bringen. allein diese ständigen kontakte und die permanente überwachung … neneneeee.
Mich stabilisiert:
1. alleine sein.
2. an mindestens drei (in besonders schwierigen zeiten mehr) tagen die woche überhaupt gar keinen kontakt zu irgendwem haben müssen (und meistens dann auch keinen haben).
3. Laufen
4. musik machen oder hören
5. mein job
6. kochen und gut (und einigermaßen regelmäßig) essen
7. gartenarbeit und überhaupt draußen sein
8. yoga
9. mich von therapeuten fernhalten!
einiges davon kann auch mal mit anderen zusammen ganz schön sein. stabilisierend wirkt das für mich aber eher, wenn ichs alleine mache.
ins forum komm ich um mir anregungen zu holen. vielleicht auch um mich auszutauschen (obwohl das alles andere als stabilisierend wirkt :roll: ).
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