Worte orten

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Re: Worte orten

Beitragvon *v* » 23. Jun 2014, 13:22

irgendwie kann ich das immer noch nicht trennscharf benennen. den unterschied zwischen

  • getriggert sein
  • ein teil von mir der von früher is is aktiv und will sich nach vorne drängeln, um ein problem zu lösen das er sieht und das ihm dolle sehr auf den nägeln brennt
  • im hierundjetzt von gefühlen überrollt werden

ist vielleicht auch egal. aber ich weiß nie wie ich das (mir gegenüber) benennen kann und unterscheiden kann und das nervt mich. wahrscheinlich gibt es das alles, und es vermischt sich irgendwie. :???: und wahrscheinlich überschätze ich worte / das einsortieren.
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Re: Worte orten

Beitragvon *v* » 23. Jun 2014, 13:26

und ab wann ist ein teil von mir eigentlich als "anteil" qualifiziert?
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Re: Worte orten

Beitragvon stachelfisch » 23. Jun 2014, 16:32

ich finde das auch schwer. zumal es "ich bin getriggert" so gar nicht gibt, wie es überall verwendet wird.
ein trigger ist ein auslösereiz. irgendein auslöser (ob das worte sind, bewegungen, ein geruch.... etc), den du bewusst oder unbewusst wahrnimmst und vielleicht nicht mal bemerkst, sorgt dafür, dass deine gefühle nicht mehr zur aktuellen situaton passen. von außen betrachtet reagierst du völlig über, oder du erstarrst oder oder oder.
das ist so, weil du mindestens mit einem teil nicht mehr im hier und jetzt bist. du biist unwissentlich und ohne das zu wollen und steuern zu können in eines dieser roten kästchen geraten. deine gefühle sind die "von früher" oder "wie damals, als", was nichts anderes heißt, als dass du dich gerade in einem flashback befindest.

zusammengefasst ist das so, dass du dich mental vielleicht im hier und jetzt befinden kannst, jedoch von starken gefühlen überrollt wirst, die aber nicht ins hier und jetzt gehören, weil ein teil von dir (egal ob du nun anteil sagst oder egostate oder facette oder seite oder was auch immer) sich durch den flash gerade in der vergangenheit befindet und meint, nun handeln zu müssen. er handelt genau so, wie es für ihn in der auf ihn gerade einprasselnden situation am besten passt - jedoch im heute, und da kann das verhalten schon ziemlich unpassend wirken.



das mit dem trennscharf: wofür ist dir das wichtig?
versteckt:
wenn ich etwas nicht genau bezeichnen kann oder mir alle worte, die es gibt, unpassend sind, erfinde ich meine eigenen oder verzichte auf beteichnungen. letzteres macht kommunikation etwas schwierig, aber ich will ja auch nicht über alles reden. von dem her: das ist MEINE lösung für das problem.
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Re: Worte orten

Beitragvon *v* » 23. Jun 2014, 19:39

stachelfisch hat geschrieben:das mit dem trennscharf: wofür ist dir das wichtig?

weil ich das verstehen will.
und weil ich grade genervt bin von mir.

weil ich das gefühl hab dass die teile von mir, die in den roten kästchen leben viel zu sehr ihre eigene agenda haben. ob ich jetzt grade angetickt bin oder nicht. und grade bin ich sehr in aushandlungprozessen, und deswegen beschäftigt mich das.

und außerdem gibt es grade diskussionen in meiner umgebung, in denen ständig diese begriffe benutzt werden... :roll:
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Re: Worte orten

Beitragvon *v* » 23. Jun 2014, 19:57

aber sonst mache ich das auch so dass ich einfach die worte benutze die mir passend erscheinend und finde dass das ganz gut funktioniert. :-)

danke sehr fürs erklären, stachelfisch!
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Re: Worte orten

Beitragvon kitsune » 24. Jun 2014, 21:00

*v* hat geschrieben:und ab wann ist ein teil von mir eigentlich als "anteil" qualifiziert?

ich glaube das kommt drauf an, wen du fragst.
teilweise wird die bezeichnung inflationär benutzt
und dann gibts wiederum leute, die das sehr genau eingegrenzt haben wollen.
evidenzbasiert. mit hirnstommessungen nachgewiesen.

interessiert dich eine "fachliche" meinung oder eine einschätzung oder ist es eher so, dass du dir selbst "erlauben" willst / musst (oder dich andersrum davon abgrenzen willst) diese bezeichnung zu benutzen?

dann ist erstmal die frage da: was meinst du denn mit anteil?
meinst du einen anteil im sinn eines ego-states, im sinne der inneren kind arbeit oder im sinne... des inneren teams beispielsweise wie bei schulz v thun.
oder was ganz anderes?
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Re: Worte orten

Beitragvon *v* » 26. Jun 2014, 22:27

schade dass das wieder weg is, s. weil ich konnte schon was damit anfangen. aber es ist grade alles so viel, dass ich langsam im antworten bin. :schaem: danke anyway. :-) tut mir leid wenn es vielleicht so rüber gekommen ist, als hätte mich das nicht interessiert, oder so.

auf deins kitsune gehe ich auch später ein.
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Re: Worte orten

Beitragvon *v* » 6. Jul 2014, 14:38

ich glaube in dem moment wo ich hier gefragt habe, hatte ich vor allem das bedürfnis mich abzugrenzen. ich habe gemerkt dass es da in mir selbständigkeiten gab die ich so nicht gut fand und wollte die gerne weg haben. als gegenläufiges interesse gab es noch den wunsch mich auszudrücken und meine wahrnehmung zu bestätigen. bzw. diese eben irgendwo zu verorten, einzuordnen. das hilft mir manchmal gegen überforderung, wenn ich mir sagen kann: das ist ganz normal, das ist diesesundjenes phänomen, mit einer stärke von 3,25 auf einer skala von 1-10. ;-)

manchmal hänge ich eben an einem bestimmten wort, oder an einer formulierung, weil sie mit etwas zusammenhängt das mich grade beschäftigt. und wenn mir die bedeutung oder implikation unklar ist will ich das gerne klären weil sonst bleibt es mir hängen. das ist so ein bisschen wie ein ohrwurm, wo man nicht weiß wie der text weitergeht und den man deswegen nicht loslassen kann. :-)
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Re: Worte orten

Beitragvon *v* » 30. Jul 2014, 12:25

akzeptanz beinhaltet ein zustimmendes werturteil.
gibt es ein ähnliches wort ohne diese konnotation?

weil wie soll ich z.b. schmerzen und unfähigkeiten akzeptieren, wenn das heißt dass ich sie gut finden muss?
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Re: Worte orten

Beitragvon stachelfisch » 30. Jul 2014, 12:37

nein, akzeptanz ist nicht gutheißen. es ist lediglich ein neutrales annehmen des ist-zustandes, ohne sich dagegen zur wehr zu sezten.
auch annehmen heißt nicht, dass freude über das vorhandensein aufkommen muss. ;)
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Re: Worte orten

Beitragvon *v* » 30. Jul 2014, 13:48

wie kann ich etwas annehmen, das ich nicht ablehnen kann?
oder doch, ich kann es ablehnen.
ich kann nur nicht machen dass es weg is.

ich kann so tun als ob es weg is, und damit alles noch schlimmer machen.

ok ich sage es ist da.
es macht was.
ich mag nicht, was es macht.
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Re: Worte orten

Beitragvon *v* » 30. Jul 2014, 13:58

das bescheuerte ist, dass das zur wehr setzen es echt noch schlimmer macht.
aber in meinem kopf ist "annehmen" verknüpft mit "ignorieren" oder "wegmachen".
und mit einem werturteil über mich.
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Re: Worte orten

Beitragvon *v* » 30. Jul 2014, 13:59

hmmmm.... denken bringt mich da vermutlich kein stück weiter. :scratchhead:
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Re: Worte orten

Beitragvon Turtle » 17. Aug 2014, 22:37

hallo vogel,

vielleicht ist es gerade bzw. nicht mehr für dich nicht interessant, aber ich habe es (wieder)gefunden und dachte ich stelle es mal rein.

so richtig erklären kann ich dir das auch nicht, aber ich kann mal versuchen wie zu beschreiben, wie das so bei uns ist.
ich schreibe nun bewusst "uns" oder "wir", weil ich mich eben nur als eine seite einer person sehe.
ich alleine könnte wahrscheinlich existieren, aber es würde ziemlich viel fehlen.
wahrscheinlich wäre es auch eine frage wie lange ich alleine existieren könnte, da wir erst alle zusammen einen kompletten menschen aus machen.
alle einzelnen teile ergeben den ganzen menschen in seiner jetzigen funktionstüchtigkeit.
jeder hat im laufe des lebens automatisch für irgendetwas eine funktion übernommen bzw. ist für irgendetwas da.

nun kann es sein, dass eine seite von etwas "getriggert" wird.
das heißt bei uns im prinzip nichts anderes, als das der "normale alltagsfunktionsmodus" unterbrochen wird und man "vergisst" das man sich im heute, hier und jetzt als erwachsener mensch befindet - das kann einer seite passieren.
wenn sie sich das bewusst machen kann, dann kann der "trigger" auch gut wieder aufgelöst werden.

oder aber es passiert einer seite, dass sie sich das nicht bewusst werden kann und dann verfällt sie so zusagen in das "alte muster".
in das "alte muster" kann aber auch eine seite verfallen, die nicht angetriggert ist, sondern "nur" ein problem sieht und (noch) nicht weiß wie man das heute anders lösen kann, als bisher.
mancher würde vermutlich auch darin ein "trigger" sehen.
ist es aber in dem moment schon nicht, wenn sich das die seite bewusst ist.

und dann gibt es noch die möglichkeit, dass eine seite von dem verhalten der anderen seite "angetriggert" wird.



vielleicht kannst du ja etwas mit anfangen, wenn es nicht ganz ot. ist?


viele grüße
turtle
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Re: Worte orten

Beitragvon *v* » 19. Aug 2014, 22:35

vielen dank, turtle! :-)
ja ich kann damit etwas anfangen.
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