Worte orten

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Worte orten

Beitragvon vogel » 27. Mär 2013, 17:18

Wie heißt das eigentlich....
.... wenn ich gefühlsmäßig in einer schwer erträglichen Situation von vor 25 Jahren feststecke, andererseits aber durchaus in der Lage bin zu sehen, dass ich mich in der Gegenwart befinde?
.... wenn die Gefühle aber Situationen aus der Gegenwart so sortieren, dass sie so aussehen wie die Situation vor 25 Jahren?
.... wenn ich deswegen ständig nach- und umsortieren muss, um nicht ganz da rein zu fallen? (Ganz gelingt es mir auch nicht immer... nee nee.)
.... wenn Erfahrungen, die bestätigen, dass alles so ist wie früher innen viel tiefere Echos auslösen als gute Gegen-Erfahrungen?
.... gute Gegen-Erfahrungen innen eher Verwirrung, Angst und Misstrauen auslösen? (Wobei die Verwirrung grade tatsächlich größer ist als die Angst und das Misstrauen und ich mich manchmal sogar drauf einlassen kann.)

"Getriggert sein"? Nee, oder? Dazu stecke ich nicht tief genug drin und es dauert zu lange an. "In der Aufarbeitung stecken"? Hmmmm das klingt so zielgerichtet und positiv. Ach ich mag auch alle diese Begriffe nicht. *aus dem Fenster werf*
Ist nicht so wichtig. Aber ich weiß grad immer nicht wie ich das nennen soll wo/wie ich grade bin. Wie würdet ihr das nennen?
Vielleicht ist die Frage auch total schräg, aber mir hilft es, Worte zu haben mit denen ich etwas benennen kann. :shame:
Wir sind, was wir sind. Und wir versuchen immer unser Bestes.
Es steht Ihnen nicht zu, die Kriterien festzulegen, nach denen man uns zu beurteilen hat.

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Re: Worte orten

Beitragvon Strandlaeufer » 27. Mär 2013, 19:06

Traumafolgestörung würde ich sagen.

Das was Du beschreibst, ist mein tagtäglicher Kampf und sicher der tägliche Kampf der meisten User hier. Das kann durch Trigger verschlimmert werden. Aber es ist das, was wir in der Vergangenheit "verankert bekommen haben". Das wurde uns quasi indoktriert und wir müssen darum kämpfen zu lernen, dass dem nicht so ist. Du hast das wirklich gut beschrieben.

Und ein bisschen sieht man auch schon den Fortschritt in Deinen Worten, denn das Wissen,

- dass man im Hier und Jetzt was sortieren muss,
- das es nicht mehr so ist wie früher,
- dass man überhaupt erkennt, das das Verhalten von Heute durch früher gesteuert wird,

das ist schon sehr reflektiert...

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Re: Worte orten

Beitragvon vogel » 28. Mär 2013, 19:22

Danke dir für deine Antwort. :drehblume:
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Re: Worte orten

Beitragvon ehemalig » 29. Mär 2013, 01:14

hmm

emotionale krise?
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Re: Worte orten

Beitragvon vogel » 29. Mär 2013, 22:20

[selbstironie]ach das sind auch alles keine dinge die man lesen will! warum hab ich trottel nur gefragt? :roll: [/selbstironie]
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Re: Worte orten

Beitragvon ehemalig » 30. Mär 2013, 00:37

hmm ?
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Re: Worte orten

Beitragvon Gast » 29. Apr 2013, 15:31

"die klappe halten" = selber auf sich aufpassen, selbstfürsorge, sich bei sich lassen
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Re: Worte orten

Beitragvon Gast » 19. Mai 2013, 12:01

Sich zu-neigen = sich vorbeugen, damit der andere besser trifft.
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Re: Worte orten

Beitragvon vogel* » 9. Aug 2013, 11:26

fragen (für mich, aber gerne auch für andere):

was kann ich tun gegen suizidgedanken, wenn diese gar nicht zu mir zu gehören scheinen?
außer "wegschieben" und "wegkümmern"? (das hat gestern funktioniert, aber das löst ja nichts... oder doch? vielleicht muss man auch nicht alles lösen!)
und außer sich immer wieder verankern (das mach ich, und es ist gut weil es "mir" hilft die kontrolle zu behalten, aber nicht dem teil der diese gedanken hat).
ist es wichtig das auseinander zu dröseln? (welcher teil von mir ist das, was braucht der, ist das der selbe teil wie der der jeden abend verzweifelt um hilfe ruft, oder gehn die mehr so aufeinander los?)

na ja vielleicht reicht das auch schon.
man kann eben nicht alles weg machen. manches gehört auch zu mir einfach. das ist eben so. dann bin ich halt kein "sonnenscheinchen" und kompliziert und anstrengend bin ich sowieso. aber ich finds schade weil ich so den "mehr platz" den ich mir grade einräumen möchte de facto nicht einnehmen/genießen kann. und ich mag grade nicht dass das thema ist. ich will über anderes nachdenken, aber das macht wohl zu viel angst?

ich muss noch mal (später):
meine momentanen gegenstrategien aufschreiben und gucken ob da noch irgendwelche unliebsamen erinnerungsstücke drinstecken.
detailliert aufschreiben (für mich alleine) warum grade alles so klasse ist und warum gar nix schief gehen kann (vielleicht kommt es dann auch innen an ein stück mehr).

so, jetzt, kopf, konzentrier dich auf anderes! :-D
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Re: Worte orten

Beitragvon egal » 9. Aug 2013, 18:47

vogel* hat geschrieben:was kann ich tun gegen suizidgedanken, wenn diese gar nicht zu mir zu gehören scheinen?

ich kann dir nur sagen, was ich tu.
ich halte sie aus.
sie gehören dazu.
ich kann sie nicht wegschieben, wenn das nicht sich ergibt, und wegkümmern kann ich sie auch nicht. ich kann sie nur aushalten. aber das kann ich ganz gut. ich weiß dass es vorbei geht und dann ist es eben wieder mal so gewesen.
(passiert gar nicht mehr oft in den letzten jahren)
ich veranker mich auch nicht, weil ich weiß, dass ich den gedanken nicht folgen werde, dass es "nur gedanken" sind.
ich drösel das auch nciht auseinander.
WAS ich allerdings tu, ist .... ich versteh das.
also ich hab großes verständnis für den wunsch, sich aus dieser welt zu verpissen.
und ich weiß (!), dass ich es nicht tun werd (das hab ich schon durch)
und ich weiß, dass es vorbeigeht.
mir reicht das.

- wobei: ich versuch manchmal mir selbst klarzumachen, was nun alles anders und lebenswert und so ist - aber in solchen momenten bringt mir das nix. is einfach aushalten und verstehen und vorbeigehen lassen.


das war jetzt sehr von mir, und vielleicht nicht hilfreich. aber es wollte gesagt werden. *schulterzuck*
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Re: Worte orten

Beitragvon vogel » 9. Aug 2013, 19:46

doch es hilft, danke sehr, es beruhigt mich irgendwie. wenn du das auch kennst und es vorbeigehen lassen kannst, vielleicht kann ich das irgendwann auch.

verstehen tu ich den wunsch, ja sehr sogar... aber ich habe nicht so lust die gefühle bilder gedanken auszuhalten oder stundenlang über methoden nachzudenken oder gar nachzurecherchieren. also ich glaube ich habe angst dass mich das einsaugt. :scratchhead: eigentlich ist es gut dass ich das gefühl habe dass es nicht wirklich zu mir gehört.
ich würde das verständnis gerne auf der eher intellektuellen ebene belassen. :weissnich:
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Re: Worte orten

Beitragvon vogel » 9. Aug 2013, 19:48

Äh, ich sollte vermutlich noch nachschieben dass ich auch absolut gar überhaupt nicht gefährdet bin!

Sonst würde ich nicht so hier darüber schreiben. Ich hoffe, dass das überhaupt okay ist.
Wenn nicht bitte Rückmeldung, dann höre ich damit auf!!!
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Re: Worte orten

Beitragvon egal » 9. Aug 2013, 20:00

vogel hat geschrieben:ich würde das verständnis gerne auf der eher intellektuellen ebene belassen. :weissnich:

warum?

verstehst du das nicht gerade auf der emotionalen ebene?
eben auf der wo die rationalität nicht hinreicht?
auf der ebene, wo es nie reicht, weil das leben so viel nicht das ist was es sein könnte, wenn.

vielleicht ist verstehen das falsche wort.
vielleicht meinte ich eher ... mit-fühlen oder so.

wobei ich die angst, dass es mitreisst auch verstehen kann.
allerdings... nunja, ich bin anderweitig gebunden. ich weiß, dass ich nicht wegkann.
aber... den wunsch..... nunja.

kennst du die erfahrung, dass das wieder vorbeigeht?
was ist, wenn du ... am nächsten tag zur arbeit gehst?
wenn du mit freunden unterwegs bist und es nett ist?
ist es immer da oder dann weg?


---
ich für meinen teil hab null problem damit, dass du darüber schreibst.
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Re: Worte orten

Beitragvon vogel » 10. Aug 2013, 15:32

egal hat geschrieben:warum?

verstehst du das nicht gerade auf der emotionalen ebene?
eben auf der wo die rationalität nicht hinreicht?

hmmmm.... doch. auch. aber ich glaube, ich will nicht. wenn ich ganz ehrlich bin. ich will es unkompliziert. ich will mich über das gute freuen können, ohne wieder ein problem draus zu machen. ich weiß das ist auch ein bisschen ignorant. aber ein stück weit bin/war ich auch sauer auf den teil der mich einfach nicht leben lassen will. und wie gesagt ich hab angst dass es mich reinreißt und ich dann nicht mehr den punkt hab auf dem ich grade stehe, auf dem ich ein bisschen außerhalb davon bin.

egal hat geschrieben:wobei ich die angst, dass es mitreisst auch verstehen kann.
allerdings... nunja, ich bin anderweitig gebunden. ich weiß, dass ich nicht wegkann.
aber... den wunsch..... nunja.

ich fühle mich auch anderweitig verbunden. nicht so dass ich verantwortlich bin für irgendwen. aber ich weiß wenn ich mich jetzt verpissen würde, würde es für einige wenige menschen sehr sehr schwer sein das auszuhalten. ich kann nicht einfach so gehen und mir vormachen das es keinen interessiert. abgesehen davon dass es grade überhaupt keinen sinn macht für mich sich umzubringen, weil die entwicklungen die so angst machen eben eigentlich eher positiv sind. ich weiß das ist dünnes eis, aber ... das ist kein grund.

aber der teil von mir der sich gerne umbringen will der sieht das alles nicht so. :weissnich:
auch ein grund warum ich angst hab da reinzukippen und es gut find dass ich mich zwar übrschwemmt fühle zuweilen davon, mich aber nicht total identifiziere. weil so kann ich mich immernoch an was festhalten. und eben eher kümmern, als in richtung selbstzerstörung zu gehen. ich sehe zwar die gedanken und gefühle aber ich weiß auch dass das andere noch da ist. das was gut ist und für das es sich zu leben lohnt und wo ich auf gar keinen fall verpassen möchte wie es weiter geht. ;-)

egal hat geschrieben:kennst du die erfahrung, dass das wieder vorbeigeht?
was ist, wenn du ... am nächsten tag zur arbeit gehst?
wenn du mit freunden unterwegs bist und es nett ist?
ist es immer da oder dann weg?

ablenkung hilft ganz gut, vor allem wenn andere menschen dabei sind. weil ich dann (gedanken)impulse besser unterdrücken kann.
beim arbeiten musste ich mich gestern ständig reorientieren und ankern, aber das hab ich immerhin einigermaßen hinbekommen.
das problem ist, dass ich grade viel müde bin und ein großes schlafbedürfnis habe und mit dem müdesein aber auch viel durchlässiger werde für den mist.... und weiß aus erfahrung dass es eher eine mittelpraktische lösung ist immer nur "wegzurennen" und gar keine ruhe- und zu-mir-komm-zeiten mehr zuzulassen. das ist eher ein teufelskreislauf dann. grade wenn innenkram so unangenehm dringlich wird brauche ich viel zeit mit mir selbst, um das auf die kette zu kriegen. grade nehme ich mir die auch einigermaßen und das ist gut. sonst wird es eher noch schlimmer mit dem auseinanderdriften und reinfallen in wahrnehmungen.

und ja, es geht wieder vorbei, das weiß ich. wird weniger intensiv und weniger drängend/dringlich. das kenne ich schon. und dachte ich gestern auch schon, das hat mich ein bisschen versöhnt. ich habe gestern dann auch versprochen dass ich seeeeehr gut aufpassen werde und dass sich zumindest in einer hinsicht die ganz doll angst macht wirklich so schnell nichts ändern wird, auch wenn ein anderer teil von mir das gerne hätte, und ich glaube das hat auch sehr geholfen. jetzt ist es wieder sehr viel besser. glaube ich. zumindest gestern abend war es sehr viel besser. nachdem ich ein bisschen mit meinem innen aus war. ;-)

egal hat geschrieben:ich für meinen teil hab null problem damit, dass du darüber schreibst.

:-)

lieben gruß vom wieder etwas besser sortierten vogel.
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Re: Worte orten

Beitragvon egal » 11. Aug 2013, 19:52

nochma ich.
nochma hierzu:
egal hat geschrieben:ich drösel das auch nciht auseinander.


das ist wohl so. aber andererseits ist es auch so, dass ich ziemlich genau weiß, wo das herkommt, hingehört.
da muss ich nicht viel dröseln.
darum gilt das vielleicht nicht so richtig, die aussage.
und die einzigen alternativen, die ich gefunden habe, zum erfüllen des wunsches "weg zu sein", die kann ich nicht weiterempfehlen.
dennoch is auch was besser geworden. irgendwie.
vielleicht hatte das dann doch was mit an-nehmen zu tun. :???:
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